Erweiterte Funktionen

Europa: Auswirkungen steigender Zinsen auf die Unternehmensgewinne


21.06.22 11:09
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Höhere Kreditkosten wären zwar eine hemmende Einflussgröße für die Unternehmensgewinne, aber Berechnungen zufolge dürfte diese relativ schwach ausfallen, so die Analysten von Postbank Research.

Die gute Nachricht sei, dass der unmittelbare Refinanzierungsbedarf begrenzt sei, da die europäischen Unternehmen die Fälligkeiten in den letzten Jahren bereinigt hätten. Analysiere man den Markt für Unternehmensanleihen, sei festzustellen, dass nur etwa 15% der Investment-Grade-Anleihen und weniger als 10% der High-Yield-Anleihen bis Ende 2023 fällig würden. Das bedeute, dass sich die höheren Renditen langsam auf die Zinskosten auswirken dürften, sofern die Renditen nicht wieder zu ihrem abnehmenden Trend zurückkehren würden. Beim MSCI Europe ex. Financials würde der Gewinn je Aktie durch eine Verdoppelung des effektiven Zinssatzes auf 6% nur um etwa 2,5% sinken. Die kurzfristigen Folgen höherer Kreditkosten sollten den Anlegern daher keine allzu großen Sorgen bereiten. Stattdessen sollte das Risiko einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, einer Verschlechterung des Verbrauchervertrauens und geringerer Margen für den Gewinn je Aktie im Vordergrund stehen.

Erhöhte Kreditkosten dürften - zumindest kurzfristig - nur begrenzte Auswirkungen auf die europäischen Unternehmensgewinne haben. (Ausgabe vom 20.06.2022) (21.06.2022/alc/a/a)