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Erste Zinserhöhung in Japan noch in diesem Jahr


15.09.23 11:15
RBC BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die US-Renditen haben sich in der vergangenen Woche nach Veröffentlichung der Inflationsdaten nicht wesentlich verändert, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.

Die Kerninflation habe bei 4,3 Prozent gelegen und gehe nicht so schnell zurück, wie manche vielleicht gehofft hätten. Folglich bleibe die Aussicht auf eine weitere Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Federal Reserve im vierten Quartal bestehen - auch wenn RBC BlueBay Asset Management für die kommende September-Sitzung eine Pause erwarte.

RBC BlueBay Asset Management habe den Eindruck, dass die Teuerung aufgrund veränderter Inflationserwartungen hartnäckiger werde. Sollte sich der Verbraucherpreisindex zwischen 3 und 4 Prozent einpendeln, dürfte es für die Währungshüter schwierig werden, in den kommenden Quartalen die Geldpolitik zu lockern. Vor diesem Hintergrund erscheine es weiterhin verfrüht, in einem Umfeld mit invertierter Renditekurve ein hohes Durationsrisiko zu besitzen.

In der Eurozone hätten sich die Renditen in dieser Woche kaum verändert. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen um 25 Basispunkte anzuheben, scheine knapp gewesen zu sein. Aus Sicht von RBC BlueBay Asset Management könnte das Direktorium mit der Straffung der Einlagezinsen, die jetzt bei 4 Prozent lägen, fertig sein.

Etwas höhere Inflationsprognosen bei gleichzeitig sinkenden Wachstumserwartungen würden ein eher düsteres Bild für die Aussichten Europas in den kommenden Monaten zeichnen. In der gesamten Region bestünden Stagflationsrisiken. Am stärksten ausgeprägt seien sie wahrscheinlich im Vereinigten Königreich.

In Japan schienen Presseerklärungen von Zentralbank-Gouverneur Kazuo Ueda angesichts der steigenden Inflation und des zunehmenden Drucks auf den Yen die Tür für eine frühere Anpassung der Geldpolitik zu öffnen. Die Kerninflation liege bei 4 Prozent und die Preise schienen auf breiter Basis zu steigen. Die realen Zinssätze würden immer negativer, während andere Zentralbanken die Zinsen erhöhen würden. Dadurch sei die Bank of Japan (BoJ) für eine Schwächung des Yen verantwortlich. Die Bemühungen des Finanzministeriums, die Währung zu stützen, seien daher relativ fruchtlos.

Da sich diese Dynamik fortsetze, werde der Druck auf Ueda und seine Kollegen weiter zunehmen. RBC BlueBay Asset Management denke nicht, dass es auf der geldpolitischen Sitzung im September zu einer Änderung des Kurses kommen werde. Allerdings gehe RBC BlueBay Asset Management davon aus, dass die Inflationsprognosen im Oktober nach oben korrigiert würden. Die Erklärung, eine stabile Inflationsrate von 2 Prozent zu erreichen, könnte den Vorwand für einen weiteren geldpolitischen Schritt darstellen. Die Renditekurvensteuerung könnte dann überflüssig werden.

Inzwischen gehe RBC BlueBay Asset Management davon aus, dass die BoJ die erste Zinserhöhung auf über 0 Prozent noch vor Ende dieses Jahres vornehmen werde. In Anbetracht dessen halte RBC BlueBay Asset Management an seiner Überzeugung fest, dass die Renditen längerfristiger japanischer Staatsanleihen weiter steigen müssten. RBC BlueBay Asset Management prognostiziere eine Spanne von 1,0 bis 1,2 Prozent bis Ende 2023.

Am Markt für Unternehmensanleihen sei die Neuemissionstätigkeit in der vergangenen Woche relativ hoch gewesen und dürfte sich nun etwas abschwächen. Die Anlegernachfrage nach neuen Papieren sei robust gewesen und die geringe Volatilität sei nach wie vor förderlich.

Auch im Bereich der Staatsanleihen sei die Nachfrage robust gewesen. Die wachsende Besorgnis über eine lockere Finanzpolitik und steigende Defizite könne jedoch die Spreads belasten, wie etwa bei italienischen Papieren in der vergangenen Woche zu beobachten gewesen sei. (15.09.2023/alc/a/a)