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EZB wird weiterhin südeuropäische Anleihen kaufen müssen


21.06.22 10:15
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank hat bei der Zinssitzung am 9. Juni eine Maßnahme gegen die Marktfragmentierung angekündigt, also gegen die steigenden Differenzen der Renditen der Staatsanleihen verschiedener Länder im Euroraum, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Sie habe kein konkretes Instrument vorgestellt, aber in der Praxis werde es sich um Käufe von Staatsanleihen südeuropäischer Länder handeln müssen. Unter der Annahme, dass Nettokäufe der Zentralbank per 1. Juli beendet sein sollten, müsse es eine Kombination aus Zukäufen südeuropäischer und Verkäufen anderer Staatsanleihen sein (und Reinvestieren der Mittel aus fälligen Anleihen in die Südländer), oder müsste die EZB andere Subjekte zwingen, italienische und griechische Staatsanleihen zu kaufen. Der Unterschied der Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen Deutschlands und Italiens habe sich in den letzten Tagen von über 2,50% auf 2,00% verringert. Natürlich hätten südeuropäische Länder dank EZB-Schutz wenig Motivation zu einer nachhaltigen Finanzpolitik. Das heiße, die Renditen im Euroraum würden nicht unendlich steigen, dürften aber über längere Zeit erhöht bleiben. (21.06.2022/alc/a/a)