EZB belässt den Leitzins bei null Prozent und den Einlagenzins bei -0,5 Prozent


09.06.22 15:00
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre mit Spannung erwartete Zinsentscheidung mitgeteilt, so Thomas Bergmann vom Anlegermagazin "Der Aktionär".

Wie erwartet belasse die Notenbank den Leitzins bei null und den Einlagenzins bei -0,5 Prozent. Ende des Quartals sollten die Anleihenkäufe beendet werden. Der DAX springe zunächst auf ein neues Tageshoch, um dann deutlich ins Minus zu drehen.

Außerdem deute die EZB eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte im Juli an. Auch das habe die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Weiteren Aufschluss über die bevorstehende Geldpolitik dürfte die Pressekonferenz um 14:30 Uhr geben.

Von Bloomberg befragte Volkswirte würden mit einer vierteljährlichen Anhebung des Einlagensatzes von Dezember bis September nächsten Jahres auf 1,0 Prozent rechnen. Der Hauptrefinanzierungssatz solle Ende 2023 1,5 Prozent erreichen - ein Niveau, das von der Mehrheit der Ökonomen als neutral angesehen werde und die Konjunktur weder bremse noch ankurbele.

Die Notenbank habe darüber hinaus die Inflationsziele für die kommenden Jahre angepasst. 2022 solle die Teuerungsrate bei 6,8 Prozent liegen, ein Jahr später bei 3,5 Prozent. 2024 werde eine Inflationsrate von 2,1 Prozent, also im Bereich des EZB-Ziels, erwartet.

Im Nachgang der EZB-Entscheidung seien die Anleiherenditen in der Eurozone deutlich gestiegen. Die zehnjährigen italienischen Staatspapiere würden mittlerweile bei 3,58 Prozent rentieren, die spanischen bei 2,56 Prozent. Die deutschen hätten jetzt eine Rendite von 1,43 Prozent, das sei so hoch wie zuletzt 2014.

Die steigenden Zinsen würden die Aktienanleger verunsichern: Der DAX sei mittlerweile unter die Unterstützung bei 14.315 gefallen und drohe den kurzfristigen Aufwärtstrend zu brechen. Noch habe der deutsche Leitindex aber etwas Luft.

(mit Material von Bloomberg)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (09.06.2022/alc/a/a)