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EZB: Zinserhöhung um 100 Basispunkte bis Jahresende möglich


10.06.22 11:18
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Der EZB-Rat hat beschlossen das QE-Programm zum 1. Juli zu beenden, so die Experten von Generali Investments.

Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments, schätze die aktuelle und weitere Vorgehensweise der Europäischen Zentralbank wie folgt ein: "Die EZB ist, unserer Meinung nach, auf dem besten Weg, den Leitzins im Juli um 25 Basispunkte und im September um mindestens weitere 25 Basispunkte anzuheben. Sollten die Inflationsaussichten jedoch anhalten oder sich verschlechtern, wird es im September zu einer größeren Zinserhöhung kommen, die unserer Ansicht nach 50 Basispunkte betragen dürfte. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst, da die neuen Projektionen sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation bis zum Ende des EZB-Prognosehorizonts im Jahr 2024 über dem Zielwert sehen. Dennoch dürfte die Wirtschaft weiterwachsen.

Nach September wird ein "allmählicher, aber nachhaltiger Pfad weiterer Zinserhöhungen angemessen sein", heißt es in der Erklärung der EZB. Die Spanne des neutralen Zinssatzes und damit die Endspanne für die Normalisierung wurde jedoch nicht erörtert.

Die Fragmentierungsrisiken traten bisher in den Hintergrund. Präsidentin Lagarde bekräftigt lediglich die Flexibilität der Reinvestition des PEPP, und dass die EZB bei Bedarf ein neues Instrument einsetzen werde.

Angesichts der Aufwärtsrisiken für die Inflation birgt der heutige Kurswechsel der EZB auch die Wahrscheinlichkeit einer kumulierten Zinserhöhung um 100 Basispunkte bis zum Jahresende." (10.06.2022/alc/a/a)