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EZB-Sitzung: Keine Überraschungen für die Märkte


09.09.22 08:00
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die hawkische Zinsanhebung des EZB-Einlagensatzes um 75 Basispunkte kam wie vom Markt erwartet, so Kaspar Hense, Senior Portfolio Manager bei BlueBay Asset Management.

Positiv sei, dass die EZB mit spezifischen Maßnahmen den Nicht-Banken- und den Banken-Sektor stütze und so dem Stress an den Geldmärkten vorbeuge. Die Experten würden davon ausgehen, dass Christine Lagarde den Zinssatz im Oktober um weitere 75 Basispunkte anheben werde. Des Weiteren seien sie der Meinung, dass das Basisszenario der EZB in Bezug auf das Wachstum immer noch zu optimistisch sei, und es sei sehr wahrscheinlich, dass die langfristigen Inflationsaussichten in der Dezemberprognose wieder nach unten revidiert würden, aller Wahrscheinlichkeit nach auf oder unter das 2-Prozent-Ziel der EZB. Das sollte eine Pause des Zinszyklus einleiten, wenn nicht sogar das Ende, auch wenn heute Lagarde diesbezüglich eher eine "Terminal rate" von 2,5 Prozent für wahrscheinlich gehalten habe, um den Inflationsängsten Einhalt zu gebieten.

Insgesamt sei das Treffen der EZB im Rahmen der Erwartungen verlaufen. Da der Euro sich hier aus fundamentalen Gründen abschwäche - nicht aufgrund der Zinspolitik, sondern der erwarteten Wachstumsabschwächung beziehungswiese der damit einhergehenden Verschlechterung der Handelsbilanz - würden die Experten nicht denken, dass die EZB von der Abwärtsbewegung enttäuscht sein werde oder sein sollte. Sie sollte sich in der Tat mit der Entwicklung der Peripherie-Spreads begnügen - aufgrund der fortgesetzten Reinvestitionen und der Einengung bei den Swap-Spreads, die zu einer positiven Bewertung von riskanteren Vermögenswerten führen sollte und insbesondere für Bankerträge, deren Aktienbewertungen zu Recht gestiegen seien. (Ausgabe vom 08.09.2022) (09.09.2022/alc/a/a)