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EZB-Protokoll löst keine größeren Bewegungen aus


19.01.23 15:06
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Protokoll der jüngsten EZB-Sitzung wurde soeben veröffentlicht, hat jedoch keine größeren Bewegungen an den Märkten ausgelöst, da die Stimmung durch die früheren Kommentare von Lagarde beeinflusst wurde, so die Experten von XTB.

Hier seien die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Dokument:

- Viele Mitglieder hätten sich für eine Anhebung der EZB-Leitzinsen um 75 Basispunkte ausgesprochen.

- Einige hätten argumentiert, dass eine Anhebung der Zinssätze um weniger als 75 Basispunkte die falsche Botschaft aussenden würde und die Gefahr bestünde, dass sie als Widerspruch zum Inflationsziel von 2% angesehen würde.

- Ein Kompromiss sei in gewisser Weise als weitgehend gleichbedeutend mit einer Anhebung der Zinssätze um 75 Basispunkte auf der jetzigen Sitzung angesehen worden.

- Der Vorschlag von Lane, die Zinsen um 50 Basispunkte zu erhöhen, sei von der großen Mehrheit der Mitglieder befürwortet worden.

- Die derzeitige Projektion für 2025 dürfte sich nicht wesentlich von 2% unterscheiden.

- Einige Teilnehmer hätten gemeint, sie würden es vorziehen, das APP schneller zu reduzieren.

- Es sei die Auffassung vertreten worden, dass die Risiken für die fundamentalen Inflationsschätzungen langfristig gerechter bewertet werden könnten.

- Eine Anhebung um 50 Basispunkte auf der aktuellen Sitzung würde es dem EZB-Rat ermöglichen, die Geldpolitik über einen längeren Zeitraum hinweg zu straffen.

- Eine bemerkenswerte Veränderung des außenwirtschaftlichen Umfelds sei die jüngste Aufwertung des Euro gewesen, die für den Euroraum in Zukunft wahrscheinlich einen etwas geringeren Inflationsdruck bedeuten werde.

Zuvor habe sich EZB-Präsidentin Lagarde noch einmal kritisch geäußert. Lagarde habe gesagt, die Inflation sei viel zu hoch und warnte die Zweifler an der EZB, "ihre Positionen zu revidieren". Lagarde habe versichert, dass die EZB den Kurs der Zinserhöhungen beibehalten werde. Sie habe auch darauf hingewiesen, dass sich die Inflationserwartungen nicht abschwächen würden, und bekräftigt die Entschlossenheit der Zentralbank, ihre Politik weiter zu straffen.

Wie man sehe, sei von dem dovishen Ton, der durch Gerüchte über mögliche Zinssenkungen ausgelöst worden sei, wenig übrig geblieben. Auf der anderen Seite gebe der EUR leicht nach, was auf die steigenden Renditen in den USA zurückzuführen sei. Gleichzeitig würden die Renditen in Deutschland ebenfalls stark anziehen.

EUR/GBP habe kaum auf die heutigen EZB-Protokolle reagiert. Das Währungspaar teste die lokale Unterstützung bei 0,8765. (19.01.2023/alc/a/a)