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EZB-Entscheidung: Wichtiges Mittel zur Stabilisierung


17.06.22 11:30
Neuberger Berman

New York (www.anleihencheck.de) - Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank vom letzten Mittwoch soll die Risiken einer Fragmentierung in Europa verringern, konkret das Risiko einer übermäßigen Ausweitung der Schulden-Spreads südeuropäischer Länder, so Antonio Serpico, Senior Portfolio Manager im European Fixed Income Team bei dem unabhängigen US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman.

Dieses Ziel werde sowohl durch eine Lockerung der PEPP-Reinvestitionen zugunsten der Schulden dieser Länder als auch durch ein neues Instrument verfolgt, das die EZB bald ankündigen werde. Serpico halte die aktuelle Entscheidung für wichtig, weil dies der erste Beschluss seit Beginn des Zinserhöhungszyklus 2022 sei, der auch das Wirtschaftswachstum und nicht nur die Inflation berücksichtige.

Die Volatilität des Marktes in diesem Jahr sei durch ein Zinserhöhungsprogramm verstärkt worden, das sich seit Anfang des Jahres stetig beschleunigt habe und praktisch nur der Entwicklung der Inflation folge. Die Tatsache, dass die EZB nun auch das Wachstum und das Risiko einer Aufspaltung der europäischen Schulden in Betracht ziehe, sollte die Märkte beruhigen und könnte ein wichtiges Mittel zur Stabilisierung der Zinssätze sein. Das könnte schlussendlich zu einer Verringerung der Spreads beitragen. (17.06.2022/alc/a/a)