EZB-Entscheid: Die Bekämpfung der Inflation ist nur eine Worthülse


09.06.22 17:00
SOLIT Gruppe

Wiesbaden (www.anleihencheck.de) - Die EZB weigert sich mit starken Zinsanhebungen und einer Reduzierung der Notenbankbilanz die hohe Teuerung zu bekämpfen und für Preisstabilität zu sorgen, so Markus Blaschzok, Chefanalyst der SOLIT Gruppe.

Trotz der aktuell historisch hohen Inflation von 7,4% im Euroraum halte die EZB an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Die geplante Zinsanhebung im Juli um winzige 25 Basispunkte zeige, wie sehr man sich bei der EZB fürchte, von den Folgen der destruktiven Nullzinspolitik in den letzten 13 Jahren eingeholt zu werden. In einem freien Markt würden Zinsen mehrere Prozentpunkte oberhalb der Teuerung handeln, doch wage man nicht einmal einen Zinsschritt um 50 Basispunkte. Zu groß sei die Angst vor einer Rezession durch einen Zusammenbruch der Fehlallokationen und Blasen, die man durch die planwirtschaftlichen Eingriffe in den Markt selbst erzeugt habe.

Mit der Zinswende ende der künstliche Aufschwung im Euroraum und erst mit Markt- und Leitzinsen deutlich oberhalb der Inflationsrate sei ein nachhaltiger realer Aufschwung wieder möglich. Bis dahin müsse Europa durch ein tiefes Tal der Rezession in den nächsten Jahren, das man nicht umgehen könne.

Einerseits müssten die Fehlallokationen in einer Rezession bereinigt und andererseits die Verschuldung abgebaut werden. Die Rezession könne die EZB nicht verhindern, doch könne sie helfen die Schulden über Inflation, anstatt Deflation abzubauen. Da die Ursache der Geldentwertung in der neu geschaffenen Liquidität der QE-Programme (APP & PEPP) liege, könne nur eine Kontraktion der Geldmenge weiterhin hohe Inflationsraten verhindern, was seitens der EZB nicht gewünscht sei.

Die Inflationsraten würden hoch bleiben, womit sich die Finanzielle Repression der Europäer fortsetzen werde. Die Bekundung der EZB, man wolle die Inflation bekämpfen, sei eine unwahre Worthülse, da sie selbst durch das Drucken von Geld aus dem Nichts dafür verantwortlich sei und somit die Macht habe, durch marktnahe Zinsen im zweistelligen Bereich und einem QT-Programm, dem jederzeit ein Ende zu setzen. Inflation sei immer ein monetäres Phänomen einer destruktiven Geldpolitik. (09.06.2022/alc/a/a)






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