Deutschland: Die Signale für ein Abflauen der hohen Inflation mehren sich


23.01.23 10:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Signale für ein Abflauen der hohen Inflation in Deutschland mehren sich: Die Hersteller senkten ihre Preise im Dezember bereits den dritten Monat in Folge deutlich, berichten die Analysten der NORD/LB.

Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte hätten wegen günstigerer Energie um durchschnittlich 0,4% im Vergleich zum Vormonat nachgegeben, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Ökonomen hätten mit -1,2% gerechnet. Im Oktober habe es mit rund 4% den ersten Rückgang seit zweieinhalb Jahren gegeben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat habe sich die Teuerungsrate diesmal auf 21,6% abgeschwächt, nachdem es im August und September mit jeweils 45,8% die höchsten Anstiege seit 1949 gegeben habe.

In Japan hätten die Kernverbraucherpreise im Dezember das Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank BoJ (Bank of Japan) um das Doppelte übertroffen. Der Kernverbraucherpreisindex (VPI) für das Land, der Ölprodukte einschließe, aber die Preise für frische Lebensmittel ausschließe, sei im Vergleich zum Vorjahr um 4% gestiegen. Der VPI habe einer mittleren Marktprognose entsprochen und sei auf einen Anstieg von 3,7% im November gefolgt. "Der Inflationsdruck nehme deutlich zu und die Preiserhöhungen gehen über die Preise für Lebensmittel und Kraftstoffe hinaus", habe es geheißen.

Diese Woche starte im Grunde relativ unspektakulär, aber am Mittwoch gehe es immerhin endlich richtig los: Dann werde die Reihe an von S&P ermittelten Einkaufsmanagerindices aus den verschiedenen Ländern veröffentlicht, es folge am Mittwoch der wichtige deutsche ifo-Geschäftsklimaindex und die Woche werde abgeschlossen - im Grunde bereits wieder am Donnerstag - mit der ersten Veröffentlichung des amerikanischen BIP-Wachstums für das 4. Quartal. Den deutschen ifo-Index sähen die Analysten der NORD/LB - wie schon sentix und ZEW angedeutet hätten - etwas höher. Dabei dürften vor allem die ifo-Geschäftserwartungen zum vierten Mal angestiegen sein, weniger stark sollte die ifo-Lagebeurteilung angezogen sein. In Moll würden die Indikatorwerte dennoch bleiben. Beim BIP-Wachstum der USA im 4. Quartal werde spannend sein, was nach überwiegend starken Oktober- und schwachen Dezemberzahlen letztendlich insgesamt für das abgelaufene Quartal herausgekommen sei. Die Markteinschätzungen von 3% Q/Q (ann.) würden die Analysten der NORD/LB für zu hoch halten und eher mit einem Wert um die 2% rechnen.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen seien zum Wochenausklang erneut merklich gefallen. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen sei im Gegenzug auf 2,17% gestiegen. Auch der US-Rentenmarkt habe sich wiederholt schwächer präsentiert. (23.01.2023/alc/a/a)





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