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Deutsche Staatsanleihen freundlich in die neue Woche gestartet


13.09.22 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Staatsanleihen sind freundlich in die neue Woche gestartet, so die Analysten der Nord LB.

U.a. habe das ifo-Institut einen ziemlich düsteren Konjunkturausblick für Deutschland gegeben. Nach einem freundlichen Start hätten die US-Treasuries ihre Gewinne wieder abgegeben und leicht im Minus geschlossen.

Das ifo-Institut habe die Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum deutlich zurückgenommen und erwarte nun eine "Winter-Rezession". Für das laufende Jahr würden die Forscher nur noch von einem Wachstum von 1,6% (bisher: +2,5%) ausgehen, im kommenden Jahr hätten sie ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,3% (bisher: +3,7%) erwartet. Die Inflation würden sie 2022 bei durchschnittlich 8,1%, 2023 sogar bei 9,3% (bisher: +3,3%) sehen. "Die Kürzungen der Gaslieferungen aus Russland im Sommer und die dadurch ausgelösten drastischen Preissteigerungen verhageln die wirtschaftliche Erholung nach Corona", so ifo-Konjunkturchef Wollmershäuser. "Erst 2024 erwarten wir eine Normalisierung mit 1,8% Wachstum und 2,5% Inflation."

Die deutschen Einzelhandelsumsätze hätten sich nach revidierten Zahlen in den letzten Monaten besser entwickelt als bisher angenommen. Wie Destatis mitgeteilt habe, seien die Umsätze im Juli ggü. dem Vormonat um 1,9% (vorläufig: 1,9%) gestiegen. Zugleich seien die Angaben für die Vormonate nach oben revidiert worden. So seien die Umsätze im Juni nur um 1,3% (-1,5%) gesunken und im Mai um 1,6% (1,5%) gestiegen. Im April sei der Rückgang mit -5,1% ebenfalls besser als der vorläufige Wert von -5,3% gewesen.

Heute seien vor allem zwei Veröffentlichungen von Interesse für die Finanzmärkte: Um 11:00 Uhr gebe das ZEW die gleichnamigen Umfrageergebnisse bekannt und um 14:30 Uhr würden die Verbraucherpreise für die USA folgen. Das ZEW dürfte auch für den Berichtsmonat September keine Entwarnung der Konjunkturaussichten geben. Im Gegenteil sei von nochmaligen Eintrübungen der Stimmung unter den befragten AnalystInnen auf -65 Punkte auszugehen. Aber auch die ZEW Lagebeurteilung werde weiter sinken dürfen auf dann -57,5 Punkte. Ähnliches sollte auch für die Indices der anderen Währungsräume in der Befragung gelten.

Bei den US-Konsumentenpreisen sei von einem zweiten Monat in Folge mit einer sehr moderaten Veränderungsrate auszugehen: Der Stagnation im Juli dürfe sogar im August ein minimaler Rückgang um 0,1% M/M gefolgt sein. Die auch im Fokus stehende Inflationsrate würden die Analysten deshalb den zweiten Monat in Folge rückläufig auf dann 8,1% Y/Y erwarten. Grund sei der deutlich gefallene Benzinpreis an den US-Tankstellen. Die Kernrate würden die Analysten dagegen um 0,3% M/M und 6,0% Y/Y höher sehen, sodass die Erwartungen der Marktteilnehmer für die Leitzinsanhebung am 21.09. nicht deutlich revidiert werden sollten. Vermutlich werde es so bei einem zu erwartenden Hike um 75 Basispunkte bleiben. (13.09.2022/alc/a/a)