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Deutsche Staatsanleihen: Rendite deutlich gestiegen


03.06.22 09:02
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Rendite deutscher Staatsanleihen ist am Berichtstag deutlich gestiegen, so die Analysten der Nord LB.

Die zehnjährige Bundesanleihe habe zeitweise mit 1,23% und damit so hoch wie seit 2014 nicht mehr rentiert. Die Kurse der US-Treasuries hätten hingegen trotz enttäuschen der Wirtschaftsdaten leicht zugelegt.

Im Euro-Raum seien die Erzeugerpreise im April weniger stark gestiegen als erwartet, lägen aber dennoch auf einem sehr hohen Niveau. Wie Eurostat mitgeteilt habe, hätten sich die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 1,2% und gegenüber dem Vorjahr um 37,2% (März: 36,9%) erhöht. Der Inflationsdruck sei, wie zu erwarten, vor allem von den Energieerzeugerpreisen ausgegangen, die mit einer Jahresrate von 99,2% (März: 104,1%) angezogen hätten. Die Preisentwicklung auf Produzentenebene deute darauf hin, dass der Inflationsdruck auf Verbraucherebene vorerst sehr hoch bleiben werde.

Die Aufträge der US-Industrie seien im April weniger stark gestiegen als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat hätten sich die Auftragseingänge um 0,3% erhöht, wie das US-Handelsministerium mitgeteilt habe. Zuvor sei mit einem Anstieg von 0,7% gerechnet worden. Ohne Berücksichtigung von Transportgütern wie z.B. Flugzeugen seien die Aufträge im April um 0,3% gestiegen.

Heute sei mal wieder US-Arbeitsmarkttag und alle Augen seien um 14:30 Uhr MESZ auf die Veröffentlichung der Beschäftigungszahlen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gerichtet. Die Analysten würden bei den neugeschaffenen Stellen nach zwei Monaten starker Zuwächse um 428.000 nun für Mai von einer etwas geringeren Dynamik ausgehen und so ein Plus von etwa 325.000 erwarten. Bei der Arbeitslosenquote würden die Analysten - nach einer Stagnation im Vormonat bei 3,6% - nun mit einem marginalen Rückgang auf 3,5% rechnen.

Auch im Fokus stünden die Stundenlöhne, bei denen die Analysten einen Anstieg um 0,4% M/M erwarten würden. Insgesamt wäre dies in dieser Form ein erneut starker Bericht, der den aktuell zu erwartenden Zinspfad der FED bestätigen würde. Sollten die Zahlen schwächer ausfallen, wäre dies vermutlich eher der fehlenden Verfügbarkeit adäquater Arbeitskräfte geschuldet. Stärkere Zahlen wären für das FOMC dagegen schon fast schlechte Zahlen. (03.06.2022/alc/a/a)