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Deutsche Staatsanleihen: Kurse angezogen


16.11.22 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der leicht abgeschwächte Preisauftrieb in Deutschland hat die Kurse der deutschen Staatsanleihen anziehen lassen, so die Analysten der Nord LB.

US-Treasuries hätten von den überraschend nur schwach gestiegenen Erzeugerpreisen profitiert und Gewinne erzielt. Die US-Erzeugerpreise seien im Oktober mit +0,2% ggü. dem Vormonat und +8,0% ggü. dem Vorjahr geringer gestiegen als erwartet. Die Kernerzeugerpreise seien im Vormonatsvergleich konstant geblieben und hätten sich auf Jahressicht um 6,7% erhöht.

Die Stimmung der Finanzmarktexperten habe sich im November überraschend deutlich aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen hätten einen Sprung auf -36,7 Saldenpunkte gemacht, und auch die aktuelle Lage werde zumindest etwas besser beurteilt. Eine Schwalbe mache sicher noch keinen Sommer, aber die Hoffnungen auf eine zeitlich begrenzte Schwächephase scheinen sich zu mehren.

Der Hintergrund hierfür dürften das abnehmende Risiko einer bedrohlichen Gasmangellage in diesem Winter, die fiskalischen Maßnahmen zur Abschirmung von Verbrauchern und Unternehmen sowie die Hoffnung auf einen perspektivisch wieder abnehmenden Inflationsdruck sein. Anders als in den USA dürfte in der Eurozone der Höhepunkt der Inflation noch nicht überwunden sein. Die EZB werde im Dezember daher erneut die Zinsen anheben, aber beginnen, das Erhöhungstempo etwas zu drosseln.

Der Preisauftrieb im deutschen Großhandel habe sich im Oktober etwas verlangsamt. Wie Destatis mitgeteilt habe, seien die Preise um 0,6% im Vergleich zum Vormonat gesunken und hätten um 17,4% (September: 19,9%, August: 18,9%) höher als im Vorjahr gelegen. (16.11.2022/alc/a/a)