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Deutsche Staatsanleihen: Kurse nach der EZB-Zinserhöhung eingebrochen


09.09.22 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind nach der EZB-Zinserhöhung eingebrochen, so die Analysten der Nord LB.

EZB-Präsidentin Lagarde habe für die nächsten Sitzungen weitere Zinsanhebungen in Aussicht gestellt. US-Treasuries seien mit Verlusten aus dem Handel gegangen.

Die EZB erhöhe zum zweiten Mal in Folge die Leitzinsen, der Zinsschritt falle mit 75 Basispunkten historisch hoch aus. Weitere würden folgen, wenngleich dies von Sitzung zu Sitzung entschieden werde. Die EZB-Tauben seien weggeflogen - nun solle nicht gekleckert, sondern geklotzt werden. Doch die neuen Projektionen würden das Dilemma "Inflationssprung bei Konjunktureinbruch" verdeutlichen, was die EZB - selbst ja ohne Gasreserven - aber kaum alleine lösen könne. Immerhin könnte der Euro so einen Hauch von Rückenwind erfahren, was vielleicht - über die Gaspreisrechnungen - der einzige Weg zur Inflationsbegrenzung sei.

Der heutige Freitag biete den Finanzmärkten datentechnisch einfach so etwas von nix an, dass man sich getrost noch einmal genüsslich den Auswirkungen der gestrigen EZB-Sitzung sowie den Äußerungen von EZB-Chefin Christine Lagarde und FED-Chef Jerome Powell widmen könne.

Zudem lohne sich bereits ein Blick auf die nächste Woche, die sehr üppig mit neuen Veröffentlichungen gespickt sei. Dazu würden insbesondere aus den USA die Zahlen zur Inflation (Di.), zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion (Do.) sowie erste regionale Stimmungsumfragen aus dem verarbeitenden Sektor bereits für September gehören. In Deutschland werde das Ergebnis der ZEW-Umfrage erneut mit Spannung erwartet (Di.).

Zudem tage die Bank of England (Do.) - quasi genau zwischen EZB und FED. Und - heute sei wirklich gar nix los? Nein, stimme nicht ganz: Heute Morgen gebe es noch die französische Industrieproduktion und um 18:00 Uhr MESZ immerhin die Zahlen zum BIP-Wachstum und zur Inflation vom russischen Bären - quasi letzte "Liebesgrüße aus Russland". (09.09.2022/alc/a/a)