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Deutsche Staatsanleihen: Nach der EZB-Sondersitzung wieder gestiegen


16.06.22 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die EZB-Sondersitzung hat deutsche Staatsanleihen nach mehreren verlustreichen Tagen wieder steigen lassen, so die Analysten der Nord LB.

Noch deutlicher hätten Südeuropa-Anleihen profitiert. US-Treasuries hätten im Verlauf des Handels zugelegt. Grund seien die Notenbankentscheidungen des Tages gewesen.

Wie erwartet habe die US-Notenbank den Leitzins um 75bp auf eine Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben - die größte Zinserhöhung seit 1994. FED-Chef Powell habe eine Erhöhung um 50 oder 75bp bei der nächsten Sitzung in Aussicht gestellt. Er habe aber betont, dass Schritte um 75bp nicht die Regel sein würden.

Nach einer kurzfristig einberufenen Sitzung habe die EZB die beschleunigte Ausarbeitung eines geplanten "Anti-Fragmentierungsinstruments" angekündigt. Hintergrund sei der jüngste starke Anstieg der Renditen für europäische Staatsanleihen gewesen. Darüber hinaus wolle sie die fälligen Rückzahlungen der im Rahmen des PEPP-Anleihekaufprogramms erworbenen Anleihen flexibel reinvestieren, um der Ausweitung der Spreads entgegenzuwirken.

Nach der FED stünden heute die Entscheidungen der Schweizer Nationalbank und der Bank of England an. Während die SNB die Leitzinsen unverändert lassen werde, werde die BoE die Bank Rate wahrscheinlich um weitere 25bp auf dann 1,25% anheben. Ein großer Zinsschritt um 50bp sei nicht völlig auszuschließen, aber der kürzlich vermeldete Rückgang des BIPs dürfte die BoE davon abhalten. Im August werde höchstwahrscheinlich noch eine weitere Zinserhöhung erfolgen. (16.06.2022/alc/a/a)