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Deutsche Staatsanleihen: Abschläge zum Wochenstart


21.06.22 09:02
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In einem ruhigen Handel haben deutsche Staatsanleihen zum Wochenstart Abschläge hinnehmen müssen, so die Analysten der Nord LB.

Weder die hohen Erzeugerpreise in Deutschland, noch der Ausgang der französischen Parlamentswahl hätten dabei entscheidenden Einfluss gehabt. Der Markt für US-Staatsanleihen sei wegen eines Feiertages geschlossen geblieben.

Die deutschen Produzentenpreise hätten im Mai den höchsten Anstieg seit Beginn der Datenreihe im Jahre 1949 verzeichnet. Wie Destatis mitgeteilt habe, seien die Erzeugerpreise um 1,6% gegenüber dem Vormonat gestiegen und hätten um 33,6% höher als im Vorjahr gelegen. Im April habe der Wert 33,5%, im März 30,9% betragen. Ökonomen seien von einem marginal geringeren Anstieg ausgegangen. Wieder seien die Energiepreise (v.a. Erdgas) die Haupttreiber des Anstiegs gewesen; sie hätten im Mai 87,1% über dem Vorjahreswert gelegen. Gegenüber April seien diese Preise um 2,5% gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Energie hätten sich die Preise um 1,2% zum Vormonat erhöht, binnen Jahresfrist habe der Anstieg 16,5% betragen.

Die deutsche Wirtschaft werde nach Prognosen der Bundesbank in Q2 leicht wachsen. Die Aufhebung der Corona-Maßnahmen dürfte die Aktivität im Dienstleistungssektor gestützt haben, so die Währungshüter. Wegen der stark steigenden Erzeugerpreise rechne die Bundesbank zudem mit einer Teuerungsrate in 2022 von 7%.

Die People's Bank of China (PBoC) habe ihren Referenzzins für Bankkredite (LPR) an Unternehmen und Haushalte wie erwartet unverändert belassen. Wie die Notenbank mitgeteilt habe, würden der einjährige Referenz-Zinssatz (Loan Prime Rate - LPR) bei 3,7% und der fünfjährige LPR bei 4,45% bleiben. Die Loan Prime Rate sei einer der Leitzinsen der Chinesischen Zentralbank. (21.06.2022/alc/a/a)