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Deutsche Bundespapiere durch Teuerung in den USA belastet


14.09.22 08:54
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Eine höher als erwartet ausgefallene Teuerung in den USA hat die Kurse deutscher Bundespapiere am Nachmittag belastet, so die Analysten der Nord LB.

Auch US-Treasuries hätten nach den unerwartet hohen heimischen Teuerungsraten deutliche Kursverluste erlitten.

Die Veränderungsrate der US-Verbraucherpreise habe im August unerfreulich überrascht: Die Gesamtrate habe trotz Benzinpreisrückgang um 0,1% M/M zugelegt und die Kernrate habe sogar um 0,6% M/M angezogen. Die Inflationsentwicklung bleibe der FED mit höher als erhofften Jahresraten von 8,3% (beziehungsweise 6,3% bei der Kernrate) ein Dorn im Auge. Von einer nachhaltigen Entspannung könne also noch nicht gesprochen werden.

Insofern scheine jetzt alles auf eine nochmalige Jumbo-Zinsanhebung um 75 Bp am 21.09. hinauszulaufen. Eine FED Funds Target Rate von (mindestens) 4% müsse für Ende 2022 angepeilt werden. Während die Aktienmärkte und der Euro unter Druck geraten seien, seien Staatsanleihenrenditen von Bunds und US-Treasuries deutlich angestiegen. Der Kampf gegen die Inflation sei noch keineswegs gewonnen - das hätten die US-Notenbanker zuletzt auch immer wieder betont.

Wenn man einmal von den britischen Inflationsraten absehe, die den Reigen der deutlichen Anstiege fortsetzen würden, erscheine dieser Tag quasi eher einer zum Durchatmen zu werden - nach den gestrigen US-Inflationszahlen und den morgigen US-Daten zu den Einzelhandelsumsätzen sowie der Industrieproduktion. Insofern werde auch die europäische Industrieproduktion (Juli) niemanden interessieren - sie sei längst überholt. Und die US-Produzentenpreise würden zwar bereits für den August gelten, sollten aber schon über die gestrigen US-Verbraucherpreise den potenziellen neuen Informationsgehalt abgegeben haben. Tiefergehende Gedanken über Prognosen zu den zu erwartenden Leitzinsanhebungen von FED, EZB, BoE & Co sowie den damit verbundenen Zins- und Wechselkurstendenzen seien aber jederzeit in diesen Stunden angebracht. (14.09.2022/alc/a/a)