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Deutsche Bundesanleihen mit weiteren Kursverlusten


07.06.22 09:12
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die deutschen Bundesanleihen fuhren am Montag weitere Kursverluste ein, so die Analysten der Nord LB.

Die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der EZB habe die Nachfrage nach den als sicher geltenden Anleihen sinken lassen. Nach Kursverlusten am Freitag habe sich der Trend bei den US-Staatsanleihen am Montag fortgesetzt. Grund dafür seien lockerere Corona-Auflagen in China sowie die freundliche Stimmung an den Aktienmärkten gewesen.

Die deutschen Exporte seien im April kalender- und saisonbereinigt um 4,4% im Vergleich zum Vormonat gewachsen. Experten hätten einen Anstieg um 1,8% prognostiziert. Die Importe hätten einen Anstieg um 3,1% gegenüber dem Vormonat verzeichnet. Wie Destatis bekannt gegeben habe, seien die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,9% geklettert. Der Gesamtwert der exportierten Waren habe 126,4 Mrd. EUR betragen. Aufgrund der Sanktionen hätten sich die Exporte nach Russland um 10,0% auf nur noch 0,8 Mrd. EUR minimiert.

Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone seien im April im Vergleich zum Vormonat wider Erwarten um 1,3% gesunken. Das habe Eurostat am Freitag gemeldet. Von Experten sei zuvor mit einem Plus von 0,3% gerechnet worden. Im Vergleich zum April 2021 seien die Umsätze um 3,9% gestiegen.

Nach dem gestrigen Pfingstmontag starte die verkürzte Woche mit den deutschen Auftragseingängen und der Sentix Konjunkturumfrage. Nachdem am Dienstag die Industrieproduktion (DE) veröffentlicht worden sei, stehe am Donnerstag die mit Spannung erwartete EZB-Sitzung an. Es werde davon ausgegangen, dass Präsidentin Lagarde Hinweise säte, die für eine Leitzinserhöhung um 25bp oder 50bp im Juli sprechen könnten. Am Freitag folge dann noch die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise. Hier dürfe mit einer eher geringen erneuten Moderation gerechnet werden. (07.06.2022/alc/a/a)