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Deutsche Bundesanleihen: Wieder Kursverluste


23.09.22 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutsche Bundesanleihen erlitten nach den jüngsten Steigerungen wieder Kursverluste, so die Analysten der Nord LB.

US-Staatsanleihen hätten ebenfalls sinkende Kurse verzeichnet. Hier mache sich die Zinsanhebung der FED bemerkbar.

Die Bank of England habe die Bank Rate um 50bp auf nun 2,25% angehoben. Damit reihe sie sich in die lange Schlange an Zentralbanken ein, die ihre Leitzinsen erhöhen würden. Die Inflation in Großbritannien habe zuletzt bei 9,9% gelegen. Die Notenbank hätte nach Auffassung einiger Marktteilnehmer durchaus kräftiger agieren können. Insofern helfe der verkündete Zinsschritt dem Pfund nicht wirklich - zumal die FED am Mittwoch mit ihrem 75bp-Schritt erneut den Einsatz erhöht habe.

Auch die Schweizerische Notenbank habe eine geldpolitische Straffung vorgenommen und den Leitzins um 75bp auf 0,50% erhöht. Zuletzt habe sie im Juni das erste Mal seit 15 Jahren an der Zinsschraube gedreht. Die Inflation in der Schweiz habe im August 3,5% betragen. Zudem habe die SNB bekannt gegeben, wenn nötig auch Interventionen am Devisenmarkt durchzuführen, um den Schweizer Franken zu stützen.

Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone habe sich im August weiter verschlechtert. Der European Sentiment Indicator sei nach einer ersten Schätzung um 3,8 Punkte auf nun -28,8 Zähler gefallen, wie die EU-Kommission mitgeteilt habe. Dies stelle den tiefsten Wert seit der Erhebung des Indikators dar.

Nach den verschiedenen Notenbanksitzungen der vergangenen 36 Stunden sei heute neben vielleicht einem Durchatmen und der Anpassungen eigener Prognosen der Blick einzig und allein auf die von S&P veröffentlichten Stimmungsindices gerichtet. Hierbei würden Unternehmen aus verschiedenen Ländern sowohl aus dem Verarbeitenden Gewerbe als auch dem Dienstleistungssektor um ihre Einschätzungen befragt. In der Summe müsse wohl mit leicht rückläufigen Werten gerechnet werden - in vielen Ländern sei bereits die Expansionsschwelle von 50 Punkten unterschritten.

In den USA sei dabei bemerkenswerterweise der Index zum Produktionssektor über 51 Punkten, jener für den Dienstleistungssektor bei unter 44 Punkten. Dies sei umso erstaunlicher, da die eigentlich deutlich marktrelevanteren Pendants vom Institute for Supply Management (ISM) bei 52,8 bzw. 56,9 Punkten lägen. Vor allem die Stimmung im Service-Sektor sei dabei also schon auffällig divergent. (23.09.2022/alc/a/a)