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Deutsche Bundesanleihen: Rendite auf Acht-Jahreshoch gestiegen


17.06.22 09:07
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die überraschende Erhöhung des Leitzinses in der Schweiz hat die Anleger am Rentenmarkt auf dem falschen Fuß erwischt, so die Analysten der Nord LB.

Die Rendite deutscher Bundesanleihen sei auf ein Acht-Jahreshoch gestiegen. US-Staatsanleihen hätten im Handelsverlauf ins Plus gedreht. Dabei hätten u.a. schwächere US-Konjunkturdaten geholfen.

Überraschend habe die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Geldpolitik gestrafft. Der Leitzins sowie der Bankeinlagensatz würden um je 50 Basispunkte auf -0,25% steigen. "Die straffere Geldpolitik soll verhindern, dass die Inflation in der Schweiz breiter auf Waren und Dienstleistungen übergreift", habe es von der SNB geheißen. Sie habe weiter mitgeteilt, dass in absehbarer Zukunft weitere Zinserhöhungen nötig werden könnten, um die Inflation auf mittlere Frist im Bereich der Preisstabilität zu halten. Für 2022 rechne die SNB mit einem Anstieg der Teuerung um 2,8% (bisher: 2,1%) und für 2023 sowie 2024 mit 1,9% (0,9%) und 1,6% (0,9%) Inflation.

Auch die Bank of England (BoE) habe die Geldpolitik weiter verschärft. Die Währungshüter hätten die Bank Rate um 0,25% auf 1,25% heraufgesetzt. Drei von neun Mitgliedern des Gremiums hätten sich sogar für einen Zinsschritt um 0,5% ausgesprochen. Perspektivisch werde das aktuelle makroökonomische Preisumfeld zwar für einen anhaltenden Handlungsdruck auf das Monetary Policy Committee sorgen, die konjunkturelle Lage im Vereinigten Königreich limitiere die Möglichkeiten der Notenbank allerdings wohl schon bereits jetzt dabei, den nahezu gordischen "Inflationsknoten" mit dem scharfen Schwert Leitzinsanhebungen zu durchschlagen. Man sollte beim Blick auf die Geldpolitik in London also perspektivisch eher keinen zu großen Aktivismus erwarten. (17.06.2022/alc/a/a)