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Deutsche Bundesanleihen: Leichte Gegenbewegung nach massiven Verlusten


12.09.22 09:02
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach den massiven Verlusten des Vortages haben die Kurse deutscher Bundesanleihen vor dem Wochenende eine leichte Gegenbewegung gezeigt, so die Analysten der Nord LB.

Nach einem freundlichen Start hätten US-Staatsanleihen ihre Gewinne wieder abgegeben. Grund dafür seien Äußerungen von FED-Gouverneur Waller gewesen, der sich für einen weiteren großen Zinsschritt ausgesprochen habe.

Diese Woche liege quasi "zwischen den Welten" - nach der EZB-Sitzung am 08.09. und vor der FOMC-Sitzung am 21.09. Sie werde geprägt sein von einer Fülle an Veröffentlichungen neuer Konjunkturdaten und dem Beginn der "Blackout-Periode" für die FOMC-Mitglieder. Insofern werde das Hauptaugenmerk natürlich wieder auf den US-Zahlen liegen, von denen die Inflationsrate am Dienstag und mit Abstrichen auch die Einzelhandelsumsätze am Donnerstag am bedeutsamsten seien.

Beide Bekanntgaben würden für August vermutlich nahezu genauso schwach wie im Juli ausfallen: Die Verbraucherpreise würden sogar leicht heruntergehen (- 0,1% M/M), die Einzelhandelsumsätze würden erneut stagnieren. Die US-Inflationsrate könnte damit sogar von 8,5% auf 8,1% zurückgehen. Doch das dürfte die Federal Reserve wohl nicht von einer erneuten Zinsanhebung um 75Bp abbringen, da zumal die CPI-Kernrate auf über 6% leicht ansteigen sollte.

Zudem von Interesse sein würden die beiden regionalen Stimmungsumfragen aus New York und Philadelphia, die US-Industrieproduktion sowie das Verbrauchervertrauen der Uni von Michigan. Und in Deutschland werde am Dienstag auf die wahrscheinlich weiter sich eintrübende ZEW-Umfrage geschaut. Die für Donnerstag geplante Notenbanksitzung der BoE sei um eine Woche auf den 22.09. verschoben worden (hier würden die Analysten vermutlich +50Bp erwarten). (12.09.2022/alc/a/a)