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Deutsche Bundesanleihen: Kurse weiter rückläufig


21.09.22 08:41
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen waren weiter rückläufig, weshalb die Rendite der zehnjährigen Papiere auf ein Hoch von 1,93% wuchs, so die Analysten der Nord LB.

Angesichts des bevorstehenden Zinsentscheids habe die Rendite zehnjähriger US-Treasuries mit 3,57% den höchsten Stand seit drei Monaten erreicht.

Die deutschen Erzeugerpreise hätten im August ein weiteres Rekordhoch erreicht. Im Vergleich zum August 2021 hätten die Preise um 45,8% höher gelegen, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Gegenüber dem Vormonat seien die Produzentenpreise um 7,9% geklettert. Die maßgeblich für die Entwicklung verantwortlichen Energiepreise seien im August 2022 im Schnitt 139% höher gewesen als noch vor einem Jahr. Ohne Berücksichtigung von Energie habe sich ein Anstieg der Erzeugerpreise um 14% Y/Y (0,4% M/M) ergeben.

Die Verbraucherpreise in Japan hätten den höchsten Stand seit acht Jahren erreicht. Wie die Regierung mitgeteilt habe, habe die um frische Lebensmittel bereinigte Kerninflation im August bei 2,8% Y/Y gelegen. Im Juli habe die Teuerung 2,4% Y/Y betragen. Aufgrund des schwachen Lohn- und Konsumwachstums sei es jedoch unwahrscheinlich, dass die Bank of Japan am Donnerstag ihre Zinssätze anhebe.

Die schwedische Notenbank habe den geldpolitischen Schlüsselsatz überraschend um 100bp auf nun 1,75% angehoben. Dies sei die größte Zinserhöhung seit fast 30 Jahren. Damit habe die Riksbank auf die hohe Inflation von 9% reagiert. Außerdem habe die Zentralbank ihre Absicht signalisiert, trotz zunehmender Rezessionssorgen auch in Zukunft eine straffere Geldpolitik zu verfolgen.

Today’s Decision Day! Heute tage das Federal Open Market Committee in Washington und um 20:00 Uhr MESZ würden die Zinsentscheidung, das Statement und die aktualisierten Projektionen veröffentlicht. Nach robustem Arbeitsmarktbericht, hartnäckig hohen Inflationsraten und hawkishen Äußerungen einiger FED-Offizieller sei eine "Jumbo-Zinsanhebung" um 75bp - die dritte in Folge - auf dann 3,25% sehr wahrscheinlich. 100bp wären prinzipiell auch denkbar, doch würden sie gewissermaßen etwas irritierend schon für stärkere Marktbewegungen sorgen. Im Statement werde darauf zu achten sein, ob der Satz "weitere Zinsanhebungen sind angemessen" so stehen bleiben werde.

Um 20:30 Uhr MESZ könne FED-Chef Jerome Powell kundtun, ob er für die kommenden Monate mit langsam rückläufigen Inflationsraten rechne und damit perspektivisch das Tempo der Zinsanhebungen drosseln könnte. Es stehe also wirklich ein spannender Abend bevor. Und morgen würden dann ja auch noch die BoJ, die SNB und die BoE folgen. (21.09.2022/alc/a/a)