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Deutsche Bundesanleihen: Kurse unter Druck


20.09.22 08:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In Deutschland und der Eurozone wurden zwar keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht, dennoch gerieten die Kurse deutscher Bundesanleihen unter Druck, so die Analysten der Nord LB.

Der US-Anleihemarkt habe das gleiche Bild gezeigt. Bei sinkenden Kursen sei die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen erstmals seit elf Jahren über die Marke von 3,5% gestiegen.

Vor den wichtigen Zinsentscheidungen in der zweiten Hälfte dieser Woche (FED, BoJ, SNB, BoE, …) gebe es in diesen Tagen relativ wenig für die Finanzmärkte datenseitig neu zu verarbeiten. Einzig der US-Immobilienmarkt könne mit neuen Bekanntgaben genauer unter die Lupe genommen werden. Hier scheinen sich ja durchaus seit einigen Monaten gewisse Schwächeanzeichen bemerkbar zu machen. Das überrasche angesichts massiv gestiegener Zinsen kaum - so habe ja der maßgebliche 30J-Hypothekenzins von unter 3,30% zu Beginn des Jahres auf zuletzt über 6,30% angezogen.

Auch Engpässe bei Rohstoffen und fehlende Arbeitskräfte hätten die Baukosten in die Höhe getrieben, was sukzessive die Baunachfrage bremsen könnte. Nach der Veröffentlichung des gestrigen NAHB-Stimmungsindikator bereits für den Berichtsmonat September würden heute die Daten zu den Baubeginnen und Baugenehmigungen folgen, welche sich aber bisher - im Gegensatz zum vorlaufenden NAHB-Index - noch bemerkenswert stabil gehalten hätten. Doch wie lange werde das noch der Fall sein? So seien die Immobilienpreise immerhin bereits merklich weniger deutlich als in den Jahren zuvor angestiegen - gemäß Case-Shiller-Häuserpreise mit einer Jahresrate von mittlerweile "nur noch" unter 20%. (20.09.2022/alc/a/a)