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Deutsche Bundesanleihen: Kurse unter Druck


19.09.22 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Aussagen von EZB-Vizechef de Guindos, der erneut auf die Notwendigkeit weiterer Zinsanhebungen hinwies, haben die Kurse der deutschen Bundesanleihen unter Druck gesetzt und die Rendite auf ein Dreimonats-Hoch steigen lassen, so die Analysten der Nord LB.

Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen habe ebenfalls den höchsten Stand seit etwa drei Monaten erreicht. Jedoch nur zwischenzeitlich: Zuletzt sei die Rendite wieder auf 3,45% zurückgegangen.

Die Inflation in der Eurozone im August sei mit 9,1% (Juli: 8,9%) in einer zweiten Veröffentlichung bestätigt worden. Die Kernteuerung (ohne die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak) sei ebenfalls und zwar auf 4,3% (4,0%) gestiegen.

Die von der Universität Michigan ermittelte Konsumstimmung der US-Verbraucher habe sich im September zwar aufgehellt, der Anstieg sei jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Im Blick habe dabei auch gestanden, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher gesunken seien.

Ein Blick auf den Kalender der nächsten Tage lasse eindeutig erkennen: Es stehe die Woche der Notenbanken an. Außer den US-Baudaten am Dienstag und der ganzen Phalanx an Veröffentlichungen von Stimmungsumfragen aus diversen Ländern ermittle von S&P Global am Freitag, würden ausschließlich die Zinsentscheidungen von vier großen Notenbanken von Interesse für die Finanzmärkte sein. Klar hervorzuheben sei dabei natürlich die Federal Reserve am Mittwochabend, die höchstwahrscheinlich zum dritten Mal in Folge einen Jumbo-Zinsschritt um 75bp vornehmen werde, was die FED Funds Target Rate auf dann 3,25% hebe.

Hierbei werde man auf die aktualisierten Projektionen (werde der Median des projektierten Leitzinses für Ende 2022 dann bei 4% oder gar darüber liegen?), das Statement (bleibe es beim Satz "weitere Zinsanhebungen sind angemessen"?) und die anschließende Pressekonferenz mit Jerome Powell zu achten haben. Inwiefern rechne er mit einer Verlangsamung der Inflation in den kommenden Monaten? Werde das dann das Tempo der Zinsschritte verringern können? Sicherlich bleibe es "data-depending".

Am Donnerstag würden dann in respektablen Abständen die Zinsentscheidungen der BoJ (höchstwahrscheinlich unverändert bei - 0,100%), der SNB (dabei werde nun wohl der Negativbereich verlassen) und der BoE (vermutlich ein Hike um +50bp auf 2,25%) folgen. (19.09.2022/alc/a/a)