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Deutsche Bundesanleihen: Kurse setzen die Aufwärtsbewegung fort


10.11.22 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in China hat sich im Oktober stärker als erwartet abgeschwächt, so die Analysten der NORD/LB.

Der chinesische Verbraucherpreisindex sei um 2,1% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, habe damit aber unter dem im September verzeichneten Anstieg von 2,8% gelegen. In den ersten zehn Monaten sei der Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,0% gestiegen. Der Erzeugerpreisindex (PPI) sei im Oktober zum ersten Mal seit Dezember 2020 um 1,3% gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken, nach einem Anstieg von 0,9% im September.

Der OECD-Frühindikator deute mit 98,4 Punkten (-0,17%) auch im Oktober auf ein schwächeres Wachstum in den meisten großen Volkswirtschaften hin. Bereits im September habe der Index um 0,20%, im August um 0,23% und im Juli um 0,28% nachgegeben. "Die Wirtschaftstätigkeit werde durch hohe Inflation, steigende Zinsen und sinkende Aktienkurse belastet", habe die OECD erklärt.

Nach den Zwischenwahlen in den USA und dem gestrigen "Datenleerlauf" stehe heute endlich das richtige Highlight dieser Woche an: Die Bekanntgabe der Inflationsdaten für den Monat Oktober. Für die Federal Reserve und damit für die Finanzmärkte hätten diese Zahlen hohe Bedeutung, da sie (neben dem Arbeitsmarktbericht) mitbestimmen könnten, für welche Höhe sich das FOMC beim nächsten Treffen am 14. Dezember bei der Zinsanhebung entscheiden werde: 75 Bp, 50 Bp oder vielleicht sogar 25 Bp. Der gesamtwirtschaftliche Preistrend sei einerseits weiterhin viel zu hoch bei knapp 8% Y/Y und auch die monatlichen Veränderungen würden eigentlich keine richtige Entspannung erkennen lassen. Doch beim Blick auf die Details sei schon aufgefallen, dass sich einige frühere Preistreiber höchstwahrscheinlich bald zurückbilden würden (u.a. Gebrauchtwagen, Mieten). Rückläufige Nachfrage aufgrund einer Verunsicherung der Verbraucher komme hinzu. Zunächst scheine die Inflation aber noch "zu langsam, langsam langsamer zu werden", was die US-Notenbank gar nicht gerne sehe.

Die Kurse deutscher Bundesanleihen hätten die Aufwärtsbewegung des Vortages fortgesetzt. Auch US-Treasuries hätten nach einem etwas schwächeren Auftakt moderat zugelegt. Noch kein klares Ergebnis bei den Midterms-Wahlen: Am deutschen Aktienmarkt hätten die Anleger daher vorsichtig agiert. (10.11.2022/alc/a/a)