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Deutsche Bundesanleihen: Kurse deutlich nachgegeben


02.06.22 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen konnten sich zur Wochenmitte in einer Gegenbewegung zunächst etwas von den Verlusten des Vortages erholen, so die Analysten der Nord LB.

Nach Meldungen erfreulicher US-Konjunkturdaten hätten sie jedoch deutlich nachgegeben. US-Staatsanleihen hätten weiter nachgegeben und an ihre deutlichen Vortagsverluste angeknüpft. Eine nachlassende Risikoscheu der Anleger habe sie unter Druck gebracht. Grund: starke Stimmungsdaten aus der US-Industrie.

Dank Corona-Lockerungsmaßnahmen sei die chinesische Industrie im Mai nicht mehr so stark geschrumpft wie im Vormonat. Der Caixin/S&P Global-Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor habe sich auf 48,1 (April: 46,0) Punkte erhöht. "Die Unternehmen meldeten einen deutlich geringeren Rückgang sowohl bei der Produktion als auch bei den Auftragseingängen, obwohl die Verzögerungen in der Lieferkette insgesamt schwerwiegend blieben", habe es geheißen.

Die deutsche Industrie habe im Mai auch nach endgültigen Daten Stärke gezeigt. Der entsprechende S&P Global-Einkaufsmanagerindex sei auf 54,8 (Erstschätzung: 54,7) von 54,6 Punkten gestiegen.

Bei der Geschäftsaktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Eurozone habe es im Mai hingegen eine Verlangsamung gegeben. Der S&P Global-Einkaufsmanagerindex für den Sektor sei auf 54,6 (Erstschätzung: 54,4) Punkte von 55,5 Zählern im April gefallen.

Der ISM PMI Manufacturing habe im Mai leicht auf nun 56,1 Punkte zulegen können. Viele US-Industrieunternehmen hätten zwar weiterhin Probleme mit dem Lockdown in Shanghai, die Stimmung bei den Firmen habe sich zuletzt aber dennoch verbessert. Steigende Einkaufspreise würden eindeutig eine Herausforderung für die befragten Einkaufsmanager bleiben. Dies spreche dafür, dass das FOMC bei der Neuausrichtung der US-Geldpolitik weiterhin werde voranschreiten müssen. Inflation sei in den USA inzwischen zu einem wichtigen politischen Thema geworden. Vor den Kongresswahlen sollte die Notenbank in Washington daher auf jeden Fall noch größere Aktivität zeigen wollen. (02.06.2022/alc/a/a)