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Deutsche Bundesanleihen: Kurse dank unerwartet freundlichen Konjunkturdaten gestiegen


24.11.22 09:09
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Unerwartet freundliche Konjunkturdaten aus Deutschland und dem Euroraum sowie schwächere Daten aus den USA haben die Kurse deutscher Bundesanleihen schließlich steigen lassen, so die Analysten der Nord LB.

US-Staatsanleihen seien nach der Veröffentlichung der FOMC Minutes ins Plus gedreht. Demnach hätten sich die meisten Mitglieder für ein Verlangsamen des Zinserhöhungstempos ausgesprochen.

Die Bundesbank gehe davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Winter in eine Rezession rutschen werde. "Die Wirtschaftsleistung dürfte im lfd. Halbjahr deutlich zurückgehen", habe die Notenbank im Monatsbericht mitgeteilt. Als wichtigste Ursachen führe die Bundesbank die hohe Unsicherheit der Energieversorgung und deren Kosten sowie einen inflationsbedingt sinkenden Privatkonsum an. In den USA habe sich der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter im Oktober deutlich besser als erwartet entwickelt. Die Auftragseingänge seien ggü. dem Vormonat um 1,0% gestiegen. Der September-Anstieg sei von 0,4% auf 0,3% revidiert worden.

Heute werde in den USA Thanksgiving begangen, sodass dort die Finanzmärkte geschlossen seien und die Marktimpulse ausgehend von dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten einfach fehlen würden. Dafür könne man am Vormittag in Europa immerhin auf die französische Insee-Umfrage und den deutschen ifo-Geschäftsklimaindex schauen - beide bereits für den Berichtsmonat November. Ausgehend von sehr niedrigen Niveaus dürften sich marginale Aufhellungen ergeben haben. Darauf würden für Deutschland die bereits vorliegenden Umfrageergebnisse von Sentix und dem ZEW deuten. Die Spannung sei damit im Grunde nicht mehr sehr hoch, da zudem die Situation vor dem anstehenden Winter in jedem Fall einfach mies bleibe. (24.11.2022/alc/a/a)