Erweiterte Funktionen

Deutsche Bundesanleihen: Fokus der Marktteilnehmer liegt auf der EZB-Sitzung


08.06.22 08:51
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach der jüngsten Talfahrt der deutschen Staatsanleihen hat am Dienstag erst einmal eine Gegenbewegung eingesetzt, so die Analysten der Nord LB.

Der Fokus der Marktteilnehmer liege aber eindeutig auf der am kommenden Donnerstag stattfindenden EZB-Sitzung. Hier erwarte man ein Ende der Wertpapierkäufe und die Ankündigung einer ersten Zinsanhebung. Eine Erholung im späten Geschäft habe dafür gesorgt, dass sich die Rendite der zehnjährigen US-Treasury wieder unter 3% bewegt habe.

Nachdem sich die Verbraucherstimmung in Deutschland sechs Monate in Folge verschlechtert habe, trübe sie sich im Juni nach Berechnungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) nicht weiter ein. Das HDE-Konsumbarometer lege im Vergleich zum Vormonat geringfügig zu, es bleibe allerdings mit 89,61 (Mai: 88,74) Punkten auf sehr niedrigem Niveau. Angesichts zuletzt durchgängig gestiegener Verbraucherpreise herrsche unter Verbrauchern Konsumzurückhaltung, habe es geheißen.

Der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex in Deutschland sei im Juni erstmals nach drei Rückgängen in Folge wieder angestiegen. Er habe sich auf -12,8 (Mai: -20,5) Punkte erhöht. Die Beurteilung der aktuellen Lage habe sich auf -2,0 (-7,3) Punkte verbessert, die Erwartungen seien auf -23,0 (-32,8) Zähler gestiegen. "Während sich die Umfeldbedingungen keineswegs bessern und mit Blick auf Herbst und Winter die Sorgen über die Energiekosten und die Versorgungssicherheit zunehmen, profitieren viele Unternehmen noch von Vorzieheffekten und hohem Auftragseingang", habe Sentix-Geschäftsführer Hübner kommentiert. Im Euroraum habe sich der Konjunkturindex auf -15,8 (-22,6) Punkte erhöht, wobei der Lageindex auf -7,3 (-10,5) Zähler anziehe und der Erwartungsindex sich auf -24,0 (-34,0) Punkte verbessere.

Bis zur morgen anstehenden EZB-Sitzung und den übermorgen folgenden Verbraucherpreisdaten aus den USA würden die restlichen Veröffentlichungen die Finanzmärkte kaum großartig tangieren. Nach den gestern veröffentlichten deutschen Auftragseingängen, die um -2,7 M/M eingebrochen seien, sei der (bange) Blick auf die deutschen Produktionszahlen gerichtet, bei denen die Analysten nach einem deutlichen Rückgang im März eigentlich mit einer gewissen Gegenbewegung nach oben - in allerdings geringem Ausmaß - gerechnet hätten. Dies sei mit dem gestrigen Ordereingang wohl nun etwas fraglich geworden. (08.06.2022/alc/a/a)