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Deka-EZB-Kompass: Vorbereitungen für den Lift-Off


08.06.22 11:34
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Deka-EZB-Kompass fiel im Mai auf 49,8 Punkte, so die Analysten der DekaBank.

Während die Konjunktursäule ihre Abwärtsbewegung fortgesetzt habe und die Finanzierungssäule knapp in den negativen Bereich abgesackt sei, habe die Inflationssäule den vierten Monat in Folge an ihrer technischen Obergrenze von 100 Punkten verharrt. Das Gesamtbild werde dadurch heterogener, spreche aber weiterhin für eine Reduktion des monetären Stimulus.

Bei dieser Sitzung hätten die Mitglieder des EZB-Rats mehrere miteinander verflochtene Entscheidungen zu treffen. Ob sie die Nettoanleihekäufe des APP bereits Ende dieses Monats oder erst im Verlauf des Julis einstellen würden, sei dabei von nachgelagerter Bedeutung, solange die Käufe früh genug enden würden, um beim nächsten Treffen am 21. Juli mit der Anhebung der Leitzinsen beginnen zu können. Die neuen makroökonomischen Projektionen dürften unterstreichen, dass die hierfür definierten Voraussetzungen erfüllt seien. Damit würden auch Änderungen an der Forward Guidance erforderlich. Statt auf den Zeitpunkt des ersten Zinsschritts sollte diese stärker auf Tempo und Ausmaß zukünftiger Erhöhungen eingehen. Die Formulierungen dürften auch Anpassungen um 50 Basispunkte bei einzelnen Ratssitzungen nicht kategorisch ausschließen. Aus Sicht der Analysten der DekaBank seien große Zinsschritte aber eher eine Politikoption für den Fall, dass die Risiken einer dauerhaft erhöhten Inflation weiter zunehmen würden. (08.06.2022/alc/a/a)