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Covered Bonds: Je kürzer die Laufzeit, desto besser


20.01.23 10:35
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der "Emissionszug" fährt weiter unter Volldampf, so die Analysten der Helaba zum Covered Bond-Markt.

Seit Montag sei erneut eine relativ hohe Zahl von Neuemissionen mit einem Volumen von 5,8 Mrd. EUR platziert worden. Einerseits würden die vor allem im Januar sehr umfangreichen Fälligkeiten und die Chance, noch von der EZB als Käufer zu profitieren, eine wesentliche Rolle spielen. Andererseits würden die Bewertungen im Vergleich zu anderen Assetklassen relativ attraktiv ausfallen. Hinzu komme, dass Anleihen mittlerweile die höchsten Renditen seit mehr als einem Jahrzehnt erzielen und im Vergleich zu Aktien an Attraktivität gewinnen würden - vor allem, wenn sich das konjunkturelle Umfeld weiter eintrüben sollte. Die Renditen deutscher Pfandbriefe lägen aktuell im Durchschnitt bei 2,81% für AAA-Ratings, 2,85% bei AA+ und 3,18% für A+.

Bei den Emissionen dieser Woche habe das Motto gelautet: Je kürzer die Laufzeit, desto besser. So hätten die Transaktionen mit Laufzeiten bis zu drei Jahren besonders herausgestochen. Die DekaBank und die Münchener Hypothekenbank hätten erfolgreich den aktuellen Trend nutzen und von der Suche nach kurzlaufenden Assets mit engen Spreads profitieren können. Umgekehrt habe bei Laufzeiten von sieben Jahren und länger eine geringere Nachfrage bestanden. So hätten sich die Spreads der NIBC und der Bausparkasse Schwäbisch Hall während des Vermarktungsprozesses nicht mehr eingeengt. Mittlere Laufzeiten würden sehr solide funktionieren, wie die drei österreichischen Emittenten der Woche unter Beweis gestellt hätten. Pfandbriefe aus dem Nachbarland würden sich somit bereits auf ein Volumen von 5,15 Mrd. EUR summieren. Die Analysten der Helaba würden davon ausgehen, dass damit bereits ein wesentlicher Teil der für 2023 geplanten Emissionen abgeschlossen worden sei, zumal der Bedarf an Hypothekenkrediten auch in Österreich deutlich nachgelassen habe.

Neben den Laufzeiten finde derzeit auch eine Differenzierung zwischen den Emittenten statt. Große Namen würden bevorzugt, was auch mit den für diese verfügbaren Kreditlinien zusammenhängen dürfte.

Der Sekundärmarkt stehe weiterhin im Zeichen des Primärmarktes, zumal die Neuemissionsprämien (NIPs) unverändert relativ hoch ausfallen würden. Immerhin sei es teilweise im Nachgang der Neuplatzierungen sekundär zu Anschlusskäufen gekommen. Zudem sollte aus Sicht der Analysten der Helaba auf den mittlerweile erreichten Spread-Levels etwas Ruhe einkehren, obwohl die Volatilität hoch ausfalle.

Nach Erachten der Analysten der Helaba würden sich die Aktivitäten auf dem Primärmarkt in den kommenden Wochen dynamisch fortsetzen, zumal die EZB bis Ende Februar auf der Käuferseite aktiv bleibe. (Ausgabe vom 19.01.2023) (20.01.2023/alc/a/a)