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Covered Bonds: Hohe Emissionstätigkeit bislang ohne nachhaltige Auswirkungen auf Spreads


09.02.24 10:47
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz der hohen Emissionsaktivität auf dem Covered Bond Primärmarkt im Januar, blieb die Stimmung auch in der ersten Februarwoche positiv, so die Analysten der Helaba.

Dennoch sei der Primärmarkt zum Wochenbeginn im Gegensatz zu den Vorwochen zunächst ruhig geblieben. Erst am Dienstag sei von der NordLB mit einem Public Sektor Covered Bond die erste Transaktionen durchgeführt worden. Mit einem Bookbuilding von 2,2 Mrd. EUR sei das Zielvolumen von 750 Mio. EUR um das 2,9-fache übertroffen worden und der Spread habe sich um 6 BP auf final MS+20 BP eingeengt.

Am Mittwoch hätten die LBBW (500 Mio. EUR, 10 Jahre, WNG) und die DBS Bank (1 Mrd. EUR, 2,5 Jahre) als erstes singapurisches Institut in diesem Jahr erfolgreich Anleihen emittiert. In beiden Fällen seien die Orderbücher deutlich überzeichnet gewesen (1,25 Mrd. EUR bzw. 3,25 Mrd. EUR) und die am Ende fixierten Spreads hätten sich um 4 bzw. 7 BP eingeengt. Am 8. Februar 2024 hätten Santander Totta (1 Mrd. EUR, 7 Jahre), BPCE SFH mit einer 5- und einer 12-Jahres-Tranche (2,25 Mrd. EUR) und ING Belgium (1 Mrd. EUR, 7 Jahre) ebenfalls alle erfolgreich ihre Emissionen begeben. Bei guter bis sehr guter Überzeichnung hätten sich die Spreads um bis zu 8 Basispunkte eingeengt.

Scheinbar würden Emittenten wieder optimale Bedingungen vorfinden. Längere Laufzeiten seien gefragt und die Neuemissionsprämien würden sich sukzessive abschwächen. Substantielle Spreadverschiebungen würden sich jedoch nicht abzeichnen. Eher würden sich die Sorgen um die amerikanischen Regionalbanken auf die europäischen Märkte auszuwirken beginnen. Die Nachfrage nach sicheren Anlagen (Treasuries/Bunds) nehme tendenziell zu. Damit einher gehe eine erhöhte Volatilität der Bund/Swap-Spreads. Die Nachrichtenlage wirke sich auch auf die Spreads inländischer Banken aus.

"Sie sind wieder da, die Sorgen um US-Regionalbanken. Wie schon im vergangenen Jahr stehen die amerikanischen Adressen aus der zweiten Reihe wieder im Fokus des Marktes. Das Thema beschäftigt uns seit rund einer Woche, als Meldungen über größere Kursverluste bei Bankaktien zunehmend das Geschehen bestimmten. Aktueller Höhepunkt ist der Absturz der "New York Community Bancorp" mit Kursabschlägen im zweistelligen Prozentbereich", so die Einschätzungen aus dem Handelsraum der Helaba.

Ausblick: Die Sorgen hinsichtlich der US-Regionalbanken würden für Verunsicherung sorgen und könnten die Primärmarktaktivität in der kommenden Woche dämpfen. (Ausgabe vom 08.02.2024) (09.02.2024/alc/a/a)