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Covered Bonds: Deutsche Pfandbriefe bei Anlegern unvermindert hoch im Kurs


05.08.22 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Sommerpausenbedingt halten sich die Primärmarkt-Transaktionen derzeit sehr in Grenzen, so die Analysten der Helaba.

Mit einer nachhaltigen Belebung sei auch in den kommenden Wochen nicht zu rechnen, obwohl die Ampeln weiterhin auf Grün stünden. So habe sich die Subbenchmark der DekaBank mit dreijähriger Laufzeit sehr großen Marktinteresses erfreut. Das Buch sei nahezu neunfach überzeichnet gewesen, sodass die Anleihe mit einer relativ geringen Neuemissionsprämie an den Markt gekommen sei und bei MS-1 gepreist worden sei. Wie es scheine, würden die Investoren weiterhin über reichlich freies Kapital verfügen, welches nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suche.

Zudem zeige sich einmal mehr, dass deutsche Pfandbriefe bei den Anlegern unvermindert hoch im Kurs stünden. Gleiches gelte derzeit aber auch für französische und holländische Papiere. Anleihen aus Österreich stünden im Interbankenmarkt ebenfalls im Fokus. Jenseits des europäischen Festlands sei ein ausbalanciertes Handelsgeschehen bei kanadischen Titeln festzustellen, während bei Bonds aus dem pazifischen Raum etwas Zurückhaltung zu beobachten sei. Dies möge den Unsicherheiten im Zusammenhang mit Nancy Pelosis Besuch in Taiwan und der daraus möglicherweise zunehmenden Spannung zwischen China und den USA geschuldet sein.

Sollte es zu einer Eskalation zwischen beiden Ländern kommen, würde die Marktvolatilität erneut zunehmen und zu einer (deutlichen) Spreadausweitung insbesondere bei asiatischen Papieren führen. Ausblick: Die Pipeline für die kommende Woche sei aktuell leer.

Die EZB sei mit Blick auf die September-Fälligkeiten erneut auf der Käuferseite aktiv gewesen. Im Rahmen von APP sei der Covered Bond-Bestand (CBPP3) im Vergleich zur Vorwoche um 241 Mio. EUR erhöht worden. Im Zusammenhang mit der EZB sei an dieser Stelle die sogenannte "erste Verteidigungslinie" der Notenbank erwähnt. Auf Zweimonatsbasis verfügbare Statistiken würden zeigen, dass die Nettobestände an deutschen, französischen und niederländischen Anleihen bis Juli um 18,9 Milliarden EUR gesunken seien. Die Nettokäufe von Anleihen aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland hätten sich demnach auf insgesamt 17,3 Milliarden EUR belaufen.

"Der Trend zu engeren Swapspreads ist bei recht passablen Umsätzen nach wie vor in Takt. Die Motivation der aktiven Marktteilnehmer ist dabei sicherlich von Relative Value- Überlegungen bestimmt, zumal die Bewertungen gegenüber Staatsanleihen unvermindert hoch sind. Darüber hinaus ist derzeit eine Angebotsschwemme seitens der Primärmärkte nicht in Sicht. Die Subbenchmark der DekaBank mit dreijähriger Laufzeit hat am 3. August 2022 voll den Nerv der Zeit getroffen und angesichts einer schönen Prämie ein großes Orderbuch verzeichnet. Die Anleihe wurde dann bei MS-1 gepreist, handelt jetzt im Markt im Bereich von MS-11", so die Einschätzungen aus dem Handelsraum der Helaba. (Ausgabe vom 04.08.2022) (05.08.2022/alc/a/a)