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Bundesanleihen: Kurse dank schwachen Wirtschaftsdaten angezogen


02.08.22 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Schwache Wirtschaftsdaten ließen die Kurse deutscher Bundesanleihen und US-Staatsanleihen anziehen, so die Analysten der Nord LB.

Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland seien im Juni unerwartet stark eingebrochen. Wie Destatis auf Basis vorläufiger Daten mitgeteilt habe, seien die Umsätze nach Abzug der Inflation um 1,6% gegenüber dem Vormonat gefallen. Nominal seien 0,5% weniger umgesetzt worden. Auf Jahressicht seien die Umsätze preisbereinigt um 8,8% eingebrochen. Das sei der größte Rückgang zum Vorjahresmonat seit Beginn der Zeitreihe 1994. Nominal habe der Umsatz nur um 0,8% abgenommen. "Die Differenz zwischen den nominalen und realen Ergebnissen spiegelt die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel wider, die das Konsumklima spürbar beeinträchtigen", habe es geheißen.

Die deutsche Industrie habe laut ifo-Institut auch im Juli unter Materialknappheit gelitten. 73,3% (Juni: 74,1%) der befragten Firmen hätten Engpässe gemeldet. "Neben der grundsätzlichen Knappheit bei elektronischen Komponenten tragen weiterhin auch Probleme in der weltweiten Logistik, insbesondere im Schiffsverkehr, zu den Beschaffungsproblemen bei", habe es von den Forschern geheißen. In der Elektroindustrie, dem Maschinenbau und in der Automobilbranche hätten weiterhin rund 90% der Unternehmen berichtet, dass sie nicht alle Materialien und Vorprodukte bekämen. "Für die nächsten Monate gibt es keine Anzeichen einer deutlichen Erholung bei der Beschaffung wichtiger Werkstoffe", habe das ifo-Institut mitgeteilt. (02.08.2022/alc/a/a)