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BoE: Großbritannien auf dem Weg zum neuen "Rekordzins"


22.09.22 16:45
Candriam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Zwar beschloss der MPC den Zinsschritt einstimmig, jedoch herrschte - erneut - Uneinigkeit über das Ausmaß der erforderlichen Anhebung, so Jamie Niven, Senior Fund Manager bei Candriam.

Die Meinungen im Ausschuss seien zwischen einer Erhöhung um 25, 50 oder 75 Basispunkte geteilt gewesen, und auch die Ökonomen (die 50 Basispunkte erwarteten) und der Markt (der eher mit 75 Basispunkten gerechnet habe) seien sich uneins gewesen. Nur eines sei bei der Politik der britischen Zentralbank klar: Niemand kenne den richtigen Ansatz.

Und was erwarte uns in der nahen Zukunft noch? Aktuell würden viele Zentralbanken gerade recht aggressiv vorgehen - das gebe ihnen Spielraum, bei den nächsten Sitzungen wieder ein wenig auf die Bremse zu treten.

Im Vereinigten Königreich hingegen preise der Markt immer noch fast 150 Basispunkte an Zinserhöhungen für die letzten beiden MPC-Sitzungen des Jahres ein, was Niven recht viel erscheine. Schließlich sei heute auch nicht der gesamte Ausschuss mit einer Erhöhung um 75 Basispunkte einverstanden gewesen.

Auf der November-Sitzung werde eine umfassende Bewertung der Haushaltspläne der neuen Premierministerin erfolgen. Allerdings verbleiben noch sechs Wochen, in denen sich das Wachstumsumfeld weiter verschlechtern und sich die ersten Zinsschritte auf die Verbraucher auswirken können, insbesondere über den Wohnungsmarkt, so Jamie Niven.

Dies gelte umso mehr für die weiteren 125 Basispunkte, die für nächstes Jahr eingepreist seien, sowie den Ziel-Zinssatz von 5 Prozent - derzeit der höchste unter den G10-Staaten. (22.09.2022/alc/a/a)