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Aussie trotz Zinserhöhung schwächer


05.08.22 14:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Zwar hat der Euro zum Australischen Dollar (AUD) - im Fachjargon Aussie genannt - schon seit Monaten das Nachsehen, doch zuletzt schwächelte der Aussie ein wenig, obwohl die Reserve Bank of Australia ihren Leitzins angesichts der hohen Inflation im vierten Monat in Folge anhob, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Habe der Zinssatz bis Mai noch bei 0,1 Prozent gelegen, hätten die Währungshüter den Schlüsselzins nun von 1,35 auf 1,85 Prozent erhöht. Damit habe die Zentralbank die kräftigste Zinswende seit Anfang der 1990er-Jahre vollzogen. Währungsexperten hätten die verhaltene Reaktion des Aussie damit begründet, dass sich die Notenbanker um Gouverneur Philip Lowe mit Blick auf weitere Zinsschritte zurückhaltender gezeigt hätten.

Schwächere Wirtschaft könnte Aussie belasten

Das Notenbank-Direktorium gehe zwar davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Schritte zur Normalisierung der monetären Bedingungen erfolgen sollten, doch der Weg sei noch nicht vorgezeichnet, habe Lowe erklärt. Die Märkte hätten dies als zurückhaltend gerwertet, weil der Notenbankchef zuvor wiederholt erklärt habe, die Zinsen auf ein neutrales Niveau von mindestens 2,5 Prozent hieven zu wollen. Dass die Notenbank darüber hinaus auch die Prognose für das Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert habe, dürfte den Aussie ebenfalls nicht beflügeln. Statt der bislang erwarteten 4,2 Prozent rechne die Notenbank in diesem Jahr nun nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,25 Prozent. (05.08.2022/alc/a/a)