Anti-Inflationskurs wirbelt Kapitalmarkt auf


20.06.22 16:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Serie brutaler Kursbewegungen an den Aktien- und Rentenmärkten setzt sich fort, so die Analysen der DekaBank.

Der DAX habe in der vergangenen Woche spürbar verloren, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei zeitweise auf 1,8% nach oben geschossen. Relativ gesehen sei das der stärkste Zinsanstieg aller Zeiten, nachdem die zehnjährigen Bundesanleihen im Dezember 2021 noch bei -0,4% rentiert hätten. Der Grund für diese spektakulären Kursbewegungen liege darin, dass die Notenbanken beim Thema der Inflationsbekämpfung endlich aufgewacht seien. Dementsprechend habe die Europäische Zentralbank schon Anfang Juni eine Reihe von Zinserhöhungen angekündigt, was die Marktzinsen wieder in den positiven Bereich gebracht habe.

Am vergangenen Mittwoch habe die US-Notenbank FED mit der Erhöhung ihres Leitzinses um 0,75 Prozentpunkte auf 1,5% noch einen drauf gesetzt. Das sei der größte Zinsschritt seit fast 30 Jahren gewesen und unterstreiche, dass die FED Ernst mache mit der Inflationseindämmung. Dass der Gefahr einer Verfestigung der gegenwärtigen hohen Inflation nun endlich begegnet werde, sei eine gute Nachricht. Die Maßnahmen hätten jedoch ihren Preis. Steigende Zinsen würden konjunkturbremsend wirken, und sie würden Druck auf Staatshaushalte und andere hoch verschuldete Wirtschaftsteilnehmer ausüben. Die nun absehbare Wirtschaftsschwäche sei es, die an den Aktienmärkten derzeit die Kurse nach unten drücke.

Der volkswirtschaftliche Kalender sei in dieser Woche relativ datenarm. Beachtung würden die Stimmungsindikatoren (ifo Geschäftsklima und Einkaufsmanagerindices) aus Deutschland bzw. Euroland finden. Zudem gebe es aus diversen Ländern Inflationszahlen. (20.06.2022/alc/a/a)