Anleihen mit Vorsicht aufstocken - Alternative Assets zum Inflationsausgleich


08.11.22 12:14
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Unser Multi-Asset-Team erhöht seine Anleihe-Positionen, insbesondere in britische Staatsanleihen, so die Experten von BNY Mellon Investment Management.

Bei der Duration bleibe es jedoch vorsichtig, da es davon ausgehe, dass die Zentralbanken die Zinssätze weiter anheben würden, um der hohen Inflation entgegenzuwirken. Das sage Thilo Wolf, Deutschland-Chef bei BNY Mellon Investment Management.

Die Experten seien der Meinung, dass der Bullenmarkt für Anleihen vor zehn Jahren zu Ende gegangen sei und die Renditen von Anleihen seitdem unattraktiv seien und Aktien nicht ausreichend diversifizieren würden. Zeitweise seien mehr als 30 Prozent des globalen Anleihemarktes negativ verzinst gewesen.

Nachdem die steigende Inflation jedoch zu einem Ausverkauf auf dem gesamten Anleihemarkt geführt hatte, hat unser Multi-Asset-Team seine Anleihe-Position in den letzten Monaten aufgestockt, so die Experten von BNY Mellon Investment Management.

Die Experten würden nicht davon ausgehen, dass die Inflation in den nächsten drei Jahren auf dem derzeitigen Niveau bleiben werde, sondern zurückgehen werde. Denn die Experten würden es für wahrscheinlich halten, dass die Zentralbanken die Zinssätze weiter anheben würden, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Dies werde sich weiterhin auf das kurze Ende des Anleihemarktes auswirken und zu steigenden Anleiherenditen führen.

Um die Auswirkungen der Inflation in einem Portfolio entgegenzuwirken, würden die Experten deshalb alternative Anlagen wie Infrastruktur und erneuerbare Energien für aussichtsreich halten. Diese würden in der Regel vertraglich an die Inflation gekoppelte Einnahmen bieten und sich daher in einem inflationären Umfeld tendenziell besser entwickeln.

Das Thema Energiewende biete auch die Möglichkeit, in wichtigen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Kupfer anzulegen, die für Elektrofahrzeuge und die Infrastruktur für erneuerbare Energien entscheidend seien.

Auf der Aktienseite würden die Experten Chancen bei Finanzwerten sehen, da diese von höheren Zinsen profitieren würden, wobei sie Versicherungen gegenüber Banken bevorzugen würden. Insbesondere Krankenversicherungen im asiatischen Markt seien interessant, besonders durch eine Reihe von Innovationen, die durch die Pandemie vorangetrieben worden seien. Die höheren Pro-Kopf-Ausgaben könnten sich zudem auch positiv auf Lebensversicherungen auswirken. (08.11.2022/alc/a/a)