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Anleihemärkte: Renditen spürbar angezogen


05.02.24 10:39
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Beschäftigungssituation in den USA präsentiert sich zum Start des neuen Jahres ausgesprochen erfreulich, berichten die Analysten der NORD/LB.

Außerhalb der Landwirtschaft habe die Ökonomie der Vereinigten Staaten beachtliche 353.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Angesichts der momentanen Verfassung des US-Arbeitsmarktes dürfte das FOMC von zügigen Leitzinssenkungen Abstand nehmen müssen. Es werde zunächst auf unübersehbare Signale für eine Beruhigung an der US-Inflationsfront in Verbindung mit klaren Hinweisen auf eine Eintrübung der Beschäftigungssituation warten und erst nach entsprechenden Nachrichten eine Zinssenkung verkünden. Lediglich größere Sorgen bezüglich der Finanzmarktstabilität könnten nun wohl noch für eine schnell sinkende FED Funds Target Rate sorgen. In diesem Kontext sollten die US-Regionalbanken genau im Auge behalten werden.

Die Stimmung des deutschen Mittelstands habe sich im Januar weiter eingetrübt. Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer sei gegenüber Dezember um 3,0 Zähler auf minus 22,1 Punkte gesunken. Bei den Großunternehmen sei die Stimmung dagegen zum Jahresbeginn leicht gestiegen. Das entsprechende Geschäftsklima habe ein Plus von 1,0 Zähler auf minus 26,3 Punkte gezeigt. Das gesamte ifo-Geschäftsklima sei von 86,3 Punkten im Dezember auf 85,2 Punkte im Januar gesunken. Dies sei der niedrigste Wert seit Mai 2020 (Corona).

Nach einer turbulenten Woche werde nun vor allem auf die aktuellen Angaben zum ISM PMI Services zu achten sein. Dieser Stimmungsindikator für den wichtigen Dienstleistungssektor der US-Wirtschaft habe sich zum Abschluss des vergangenen Jahres bedenklich stark der Marke von 50 Punkten angenähert. Damit sei von den befragten Firmen kaum mehr ein Wachstum der ökonomischen Aktivität diagnostiziert worden. Große Anstiege nach oben seien bei dieser Zeitreihe im Januar wohl nicht zu erwarten. Angesichts der an den internationalen Finanzmärkten beobachtbaren Verunsicherung bezüglich der weiteren Pläne des FOMC müsse zudem genau auf öffentliche Auftritte von FED-Offiziellen geachtet werden. Zusätzlich könnten noch Reden von EZB-Geldpolitikern eine Relevanz haben. Insbesondere der Devisenmarkt möge in der neuen Woche mit zumindest einem Auge auch auf die Zinsentscheidung in Australien blicken.

Nachdem die US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung der FED zunichtegemacht hätten, hätten die Renditen an den Anleihemärkten spürbar angezogen. (05.02.2024/alc/a/a)