AllianceBernstein zur Inflationsresistenz in Multi-Asset-Strategien


19.09.22 09:45
AllianceBernstein

London (www.anleihencheck.de) - Wie sich Konjunktur und unterschiedliche Anlageklassen künftig entwickeln, wird ganz entscheidend vom weiteren Inflationsverlauf abhängen, so die Experten von AllianceBernstein.

Multi-Asset-Investoren sollten die Teuerung daher genau im Blick behalten und flexibel auf Veränderungen reagieren, sage Karen Watkins, Portfoliomanagerin des All Market Income Portfolios bei AllianceBernstein.

Ein Schlüssel zur Steuerung des Inflationsrisikos sei das Verständnis seines Einflusses auf die Renditen der Anlageklassen. In der Vergangenheit seien Phasen hoher Teuerung eine erhebliche Belastung für die Performance unterschiedlicher Anlagesegmente gewesen. Rasch steigende Preise würden die realen - oder inflationsbereinigten - Renditen beeinträchtigen und den Anlegern nur wenige Möglichkeiten lassen, sich zu verstecken. Infolgedessen hätten die realen Renditen für die wichtigsten Anlageklassen (Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen) in Zeiten hoher Inflation unter dem Durchschnitt gelegen, wobei nur Rohstoffe überdurchschnittliche Renditen erzielt hätten.

Tatsächlich habe die durchschnittliche jährliche Realrendite für ein gemischtes Portfolio aus Aktien, Unternehmensanleihen, Rohstoffen und US-Staatsanleihen seit 1960 über alle Zeiträume hinweg 5,5 Prozent betragen, aber nur 3,1 Prozent in Zeiten, in denen die Inflation den historischen Durchschnitt von 3,1 Prozent überstiegen habe.

In Zeiten hoher Inflation sei der Trend der Inflation ebenso wichtig wie ihre Höhe gewesen. Bei hoher und steigender Inflation hätten Aktien, Kredite und US-Staatsanleihen negative reale Renditen verzeichnet. In einem solchen Umfeld würden die Märkte künftige Zinserhöhungen einpreisen, was zu steigenden Staatsanleiherenditen führe, die den Anleiherenditen im Allgemeinen schaden würden. Steigende Renditen würden auch die Wachstumsaussichten belasten, was zu einer unterdurchschnittlichen Performance von Aktien führe. Die Anleger würden dann zu realen Vermögenswerten wie Rohstoffen tendieren, die sich bei selektivem Einsatz als wirksame Inflationsabwehr erwiesen hätten.

Darüber hinaus würden Aktien und festverzinsliche Wertpapiere dazu neigen, sich bei hoher und steigender Inflation stärker aneinander zu orientieren, was die traditionellen Diversifizierungsvorteile von Anleihen verringere.

In Zeiten hoher, aber tendenziell sinkender Inflation sei das Gegenteil der Fall gewesen, wobei Aktien, Staatsanleihen und Kredite allesamt stark positive reale Renditen erzielt hätten (zweistellige Performance bei Aktien). Eine sinkende Inflation ermögliche eine weniger restriktive Geldpolitik, wodurch Anleihen attraktiver würden, während die Renditen sinken würden. Niedrigere Renditen würden zur Verbesserung der Wachstumsaussichten beitragen, was wiederum die Aktien stütze. Kredite hätten in der Regel sowohl von sinkenden Zinsen als auch von rückläufigen Kreditspreads profitiert. Rohstoffe hingegen hätten in Zeiten hoher und fallender Inflation tendenziell negative Realrenditen erwirtschaftet.

Die Experten würden weiterhin die Inflationsrisiken im Verhältnis zu den Veränderungen im Konjunkturzyklus abwägen und nach einer Bestätigung suchen, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht habe. Angesichts des wahrscheinlichen Übergangs zu einer hohen und gleichzeitig sinkenden Inflation würden sie es für sinnvoll halten, die Untergewichtung von Aktien und Duration zu reduzieren. Ihrer Ansicht nach sei eine nahezu neutrale Vermögensallokation gerechtfertigt.

Globale Staatsanleihen hätten inzwischen erhebliche Erwartungen in Bezug auf Zinserhöhungen eingepreist, die über die bereits durchgeführten hinausgehen würden. Langfristige Engagements in Rohstoffen erscheinen dagegen angesichts des sich verlangsamenden Wachstums, der Angebotsanpassungen und der möglichen Verschiebung des Inflationsregimes jetzt deutlich weniger attraktiv, so die Experten von AllianceBernstein. (19.09.2022/alc/a/a)





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