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04.10.21 10:03
Anleihen: Klarer Zinstrend nach oben
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Aufwärtstrend der Renditen setzt sich fort, vor allem in den USA, aber auch hierzulande, so die Deutsche Börse AG.

"Anhaltende Inflationssorgen und die konkreter werdenden Signale der FED für ein schrittweises Ende ihrer Anleihenkäufe lassen die Renditen an den globalen Staatsanleihemärkten steigen", erkläre Rentenanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Auch die Renditen von Bundesanleihen könnten sich dem nicht vollständig entziehen, würden aber durch die EZB-Politik gebremst.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege am Freitagmorgen bei minus 0,22 Prozent. "In der Spitze waren es diese Woche sogar minus 0,17 Prozent", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Im August seien es noch minus 0,50 Prozent gewesen.

"Inflationssorgen sind nicht mehr so einfach vom Tisch zu wischen", meine Brunner mit Blick auf die neuesten Daten: Die Inflation hierzulande sei im September auf 4,1 Prozent zum Vorjahr geklettert, in der Eurozone - wie heute bekannt worden sei - auf 3,4 Prozent.

Dabei hätten sich die jüngsten erheblichen Preissprünge bei Öl, Gas und Elektrizität noch nicht in der Inflation niedergeschlagen, wie Ulrike Kastens, DWS-Volkswirtin Europa, erkläre. Daher sei in den kommenden Monaten mit weiter anziehenden Inflationsraten zu rechnen. "2022 sollte sich zwar wieder eine gewisse Normalisierung einstellen. Das Risiko bleibt aber, dass zusammen mit anderen Problemen im Zuliefererbereich die Inflation 2022 doch höher ausfallen könnte, als dies bisher - auch von der EZB - erwartet wurde."

Vorerst Ruhe eingekehrt sei im Fall des wankenden chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande. "Wir sehen keine Umsätze mehr, jetzt ist wohl Abwarten angesagt", erkläre Tim Oechsner von der Steubing AG. Die Kurse von Evergrande-Anleihen, etwa die der im kommenden April fälligen mit Kupon von 9,5 Prozent (ISIN XS1982036961/ WKN A2R0NL), würden auf niedrigem Niveau verharren.

Aufgrund der Unsicherheiten um Evergrande seien zwischenzeitlich auch Anleihen anderer Immobilienunternehmen unter Druck geraten, wie Brunner berichte. "Im Laufe der Woche hat sich das aber beruhigt." Betroffen gewesen seien etwa Papiere der Immobilienunternehmen Pandion (ISIN DE000A289YC5/ WKN A289YC) und Eyemaxx Real Estate. Hohe Umsätze registriert habe der Händler zudem für den Büroimmobilieninvestor Preos Global Office Real Estate & Technology (ISIN DE000A254NA6/ WKN A254NA) und für den Finanzinvestor für Gewerbeimmobilien Publity (ISIN DE000A254RV3/ WKN A254RV) - in beide Richtungen beziehungsweise mit leichtem Verkaufsüberhang.

Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde überschaubare Umsätze mit Unternehmensanleihen in dieser Woche. "Tendenziell sind es auch mehr Verkäufe", stelle er fest, etwa bei FCR Immobilien (ISIN DE000A2TSB16/ WKN A2TSB1) und Ekosem-Agrar (ISIN DE000A2YNR08/ WKN A2YNR0). Umsätze auf beiden Seiten sehe er für eine bis 2022 laufende Stada-Anleihe mit Kupon von 1,75 Prozent (ISIN XS1213831362/ WKN A14KJP).

Viel Kaufinteresse von Privatanlegern beobachte Tim Oechsner für ein Papier des Flughafenbetreibers Fraport (ISIN XS2198879145/ WKN A3E444) mit Kupon von 2,125 Prozent und Fälligkeit 2027, die aktuell gut 1 Prozent abwerfe. Käufe und Verkäufe melde er für einen Bond des Kasseler Düngemittelkonzerns K+S, der 2023 fällig sei und mit 2,625 Prozent verzinst werde (ISIN XS1591416679/ WKN A2E4U9). Beim aktuellen Kurs von rund 102 Prozent ergebe das immerhin eine Rendite von 1,3 Prozent.

Extrem beliebt sei Oechsner zufolge diese Woche eine Anleihe des Fintechs 4Finance mit 11,25 Prozent Zins und Fälligkeit 2025 (ISIN XS1417876163/ WKN A181ZP). "Nach der Mitteilung von 4Finance, in Kürze die Zahlen für das zweite Halbjahr zu veröffentlichen, gab es sehr viele Käufe." 4finance sei Anbieter von mobilen und Online-Verbraucherkrediten, eigenen Angaben zufolge einer der größten in Europa. Kaum Kursbewegung habe die Ankündigung von Aurelius Equity Opportunities ausgelöst, die bis 2024 laufende Anleihe mit 4,25 Prozent (ISIN NO0010861487/ WKN A2SAP3) aufzustocken, wie Brunner erkläre.

Neues sei diese Woche unter anderem von McDonalds gekommen: Der Fast Food-Konzern sei mit einer bis 2028 laufenden Anleihe mit Kupon von 0,25 Prozent (ISIN XS2393236000/ WKN A3KW0S) auf den Markt gekommen, wie Daniel berichte. Zum aktuellen Kurs von 99,27 Prozent ergebe das eine Rendite von 0,355 Prozent. Die Mindestanlagesumme liege allerdings bei 100.000 Euro. (Ausgabe vom 01.10.2021) (04.10.2021/alc/a/a)


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