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09.09.21 10:00
EZB: Änderung der Zinspolitik?
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Heute wird sich in der ersten Zinssitzung nach der Sommerpause der EZB Rat mit einem Inflationsanstieg auf 3% (10-Jahreshöchstwert) auseinandersetzen müssen, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Mit Spannung erwarte der Markt, ob zwischen den Zeilen zu lesende Aussagen zur Anpassung der EZB-Inflationsprognosen der nächsten beiden Jahre von 1,5% in Richtung 2,0% kommen würden. Die EZB dürfte hier aber eher moderat reagieren und die Preissteigerungen auf Sondereffekte der Pandemie zurückführen. Davon hänge auch ab, ob sich weitere EZB Ratsmitglieder für eine Straffung der Geldpolitik stark machen würden. Es gehe konkret um die Reduzierung des Pandemieanleihenkaufprogramms PEPP vor dem planmäßigen Ende im März 2022.

Ziel der EZB sei die Stabilisierung des Kapitalmarktes auf tiefem Zinsniveau. Bei Betrachtung der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe, die bei -0,33% notiere, habe die EZB das langfristige Zinsziel mehr als erreicht. Geringe Zinsunterschiede vom Geld- zum Kapitalmarkt würden dominieren. Wie üblich würden die Statements eher kryptisch ausfallen und auf den ersten Blick keine eindeutigen Rückschlüsse zulassen.

Vor der heutigen EZB Zinssitzung habe der EUR/USD Kurs deutlich verloren. Durch Verkäufe sei der Kurs von 1,1845 auf temporäre Tiefstwerte knapp über der 1,1800er Marke gefallen. Neben der EZB Sitzung belaste auch die Unsicherheit der nahenden deutschen Bundestagswahl den EUR. Setze sich der negative Trend weiter fort, dann liege bei 1,1780 die nächste Unterstützung. Auch wenn aktuell wieder alles gegen den EUR spreche, könnten Verzögerungen bei der Anhebung der US-Schuldenobergrenze den Trend rasch umkehren lassen. (09.09.2021/alc/a/a)


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