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08.09.21 12:05
EZB-Sitzung: "Dies ist kein Tapering!"*
La Française AM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer Pressekonferenz am 9. September wird die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich zwei wichtige Themen ansprechen: Neue makroökonomische Prognosen und ein Update zum Pandemie-Notkaufprogramm (PEPP), so François Rimeu, Senior Strategist bei La Française Asset Management.

Im Hinblick auf die Wirtschaft würden die Experten erwarten, dass die EZB angesichts der Fortschritte bei der europäischen Impfkampagne - trotz eines Abflauens in China und den USA - einen optimistischen Ton beibehalten werde. Jedoch werde sie betonen, dass die Ungewissheiten im Zusammenhang mit Corona bestehen bleiben würden. Die Experten würden davon ausgehen, dass die neuen makroökonomischen Prognosen ein verbessertes Wachstum für 2021 (4,8% gegenüber 4,6% im Juni) und generell eine höhere Inflation, aber insbesondere im Jahr 2021 (2,2% gegenüber 1,9% im Juni), aufweisen würden.

Die Experten würden davon ausgehen, dass die EZB das Ankaufprogramm (von 80 Mrd. EUR auf 70 Mrd. EUR pro Monat) reduzieren werde, um den sich verbessernden Wirtschaftsaussichten und ihrer Absicht Rechnung zu tragen, den Finanzrahmen des PEPP vollständig auszuschöpfen. Die Experten würden nicht glauben, dass der EZB-Rat eine Erklärung über die Zukunft des Pandemie- und Anleihekaufprogramms nach dem erwarteten Ende des PEPP im März 2022 abgeben werde.

Die jüngsten positiven Inflationsüberraschungen, auch wenn sie nur vorübergehend seien (was sich noch herausstellen müsse), würden die EZB unter Druck setzen. Angesichts einer höheren Wachstumsprognose werde es keine leichte Aufgabe für Präsidentin Lagarde sein, über eine des Temporeduzierung des derzeitigen quantitativen Lockerungsprogramms zu sprechen und gleichzeitig einen sehr akkommodierenden Ton beizubehalten.

Die Experten würden nach dieser Pressekonferenz eine gewisse Volatilität mit moderat höheren Zinsen erwarten.

*Tapering sei die Verlangsamung des Ankaufs von Vermögenswerten und führe zur theoretischen Umkehrung einer Politik der quantitativen Lockerung (QE), die von einer Zentralbank zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums umgesetzt werde, nachdem die QE ihre gewünschte Wirkung der Stimulierung und Stabilisierung der Wirtschaft erzielt habe. Wie bei den meisten, wenn nicht sogar allen, Konjunkturprogrammen werde versprochen, dass die QE-Politik rückgängig gemacht werde, sobald die Verantwortlichen zuversichtlich seien, dass das gewünschte Ergebnis, in der Regel ein sich selbst tragendes Wirtschaftswachstum, erreicht worden sei. Die Rückabwicklung von QE sei eine theoretische Möglichkeit, die auf diesen Versprechungen basiere, aber von den Zentralbanken, die QE eingeführt hätten, noch nie erfolgreich durchgeführt worden sei. (08.09.2021/alc/a/a)


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