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07.09.21 09:57
Aareal Bank: Aktiver Pfandbriefemittent mit erfahrenem Deckungsmanagement
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Aareal Bank AG (Aareal) ist ein Immobilienspezialist für Finanzierung, Beratung und Dienstleistungen rund um die gewerbliche Immobilien- und Wohnungswirtschaft, so die Analysten der Helaba.

Regionale Schwerpunkte seien Europa, Nordamerika und der asiatisch-pazifische Raum. Über lokale Marktexperten und Branchenspezialisten stelle sie ihre Expertise in den verschiedenen Märkten sowie Kundennähe sicher.

Ihre Aktivitäten unterteile sie in die Segmente "Strukturierte Immobilienfinanzierungen", "Banking & Digital Solutions" und "Aareon". In ihrem nach Erträgen größten Segment "Strukturierte Immobilienfinanzierungen" begleite die Bank nationale und internationale Kunden bei großvolumigen Investitionen an den gewerblichen Immobilienmärkten. Dazu würden Bürogebäude, Hotels, Shoppingcenter, Logistik- und Wohnimmobilien sowie Studierenden-Appartments gehören.

Im Segment "Banking & Digital Solutions" biete sie Unternehmen aus der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie aus der Energiewirtschaft unter anderem Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen an. Das Volumen der hier generierten Kundeneinlagen habe sich zuletzt auf rund 12 Mrd. EUR summiert. Hinzu kämen Beratungs-Dienstleistungen und Produktlösungen rund um das Firmenkunden-Banking und Einlagengeschäft, wobei sich die Bank als Digitalisierungspartner verstehe.

Die im dritten Segment abgebildete IT-Tochter Aareon sei ein führendes Software-Unternehmen für die europäische Immobilienwirtschaft. Sie biete Software-, Service- und Beratungs-Lösungen rund um die Verwaltung, Steuerung und die Digitalisierung von Immobilien.

In den vergangenen Jahren habe die Aareal die Corealcredit Bank (2014), die Westdeutsche Immobilienbank (2015) und die Düsseldorfer Hypothekenbank (2018) erworben. Nach der Veräußerung eines Minderheitsanteils an Advent International halte die Aareal nunmehr einen Anteil von 70% an der Aareon. Gemeinsam mit Advent wolle sie die Marktposition von Aareon weiter ausbauen und habe daher die Wachstumsziele für die Tochter angehoben.

Die SDAX notierte Aareal Bank AG sei die Muttergesellschaft innerhalb der Aareal Bank Gruppe. Die Aktien befänden sich im Streubesitz. Sie finanziere sich vor allem über Pfandbriefe, Einlagen aus der Wohnungswirtschaft und unbesicherte Bankanleihen.

Die Hypothekenpfandbriefe der Aareal Bank seien zu 92,6% mit gewerblichen Immobilienfinanzierungen besichert. Dabei würden Finanzierungen von Bürogebäuden mit 32,7% der hypothekarischen Deckungsmasse die größte Teilgruppe bilden. Ferner würden vor allem Finanzierungen von Handels- (23,4%), Industrie- (12,3%) und sonstigen gewerblichen (23,9%) Immobilien die Deckungsmasse füllen. Zu Letzteren lägen den Analysten der Helaba keine weiteren Informationen vor.

Der kleine, wohnwirtschaftlich besicherte Teil der Deckungsmasse bestehe überwiegend aus Finanzierungen von Mehrfamilienhäusern. Die Deckungswerte würden sich über diverse Länder verteilen: Zu den Top 5 würden die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien zählen. Dabei würden Finanzierungen von Bürogebäuden in den USA mit 16,5% die größte Teilmenge nach Land und Nutzungsart darstellen. Für dieses Segment würden die Prognosen des Datenanbieters REIS für die Leerstandsraten bzw. die Mietentwicklung im Durchschnitt für 2021 mit 19,3% (Vj.: 17,8%) bzw. -4,2% (Vj.: -0,6%) nochmals auf eine spürbare Verschlechterung hinweisen, für 2022 deute sich jedoch mit Werten von 19,3% und 0,3% eine Stabilisierung an.

Die Deckungsmasse zeichne ein niedriger, durchschnittlich gewichteter Beleihungswert von 55,2% sowie ein recht ausgeglichenes Fälligkeitsprofil von Deckungswerten und Pfandbriefen aus. Dass sich 94% der Deckungswerte auf Kreditgrößen von über 10 Mio. EUR belaufen würden, sei dem mehrheitlich gewerblichen Portfolio geschuldet. Letzteres umfasse 372 Kredite.

Als Folge der ausländischen Geschäftsaktivitäten der Aareal Bank beinhalte die Deckungsmasse Kredite in US-Dollar, Britischem Pfund, Schwedischen und Dänischen Kronen und Schweizer Franken. Demgegenüber stünden Pfandbriefe in US-Dollar und Britischem Pfund in ähnlichem Umfang der Kreditvolumina. Der Rest werde über EUR-Emissionen finanziert. Neben den Währungsrisiken bestünden Zinsrisiken durch Inkongruenzen bei der Zinsart von Deckungswerten und Hypothekenpfandbriefen.

Die Ersatzdeckung betrage per Ende Juni 2021 rund 6% und setze sich aus zentralbankfähigen Papieren von Emittenten der Kategorie Supranationals, Sovereigns und Agencies aus Deutschland und der Eurozone zusammen.

Die Überdeckung habe per Ende Juni 2021 bei 19% gelegen und damit über der von Moody's als angemessen eingeschätzten Überdeckungsquote von 18%. Das Aaa-Rating von Moody's berücksichtige neben der Bonität des Emittenten und der Qualität der Deckungsmasse das Pfandbriefgesetz. Die sich hieraus ergebende maximale mögliche Differenz zwischen dem Emittenten-Referenz-Rating (counterparty risk assessment: a3) und dem Covered Bond-Rating liege bei acht Ratingstufen, von denen derzeit sechs ausgeschöpft würden. Eine Herabstufung der Aareal Bank um bis zu zwei Ratingstufen ("Puffer zum Emittenten-Referenz-Rating") bei unverändertem Risikoprofil und ausreichender Überdeckung würde demnach das Covered Bond-Rating nicht in Mitleidenschaft ziehen. (Ausgabe vom 06.09.2021) (07.09.2021/alc/a/a)



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