Logo
NEWS - Allgemein
www.anleihencheck.de
02.09.21 08:45
Mortgage Covered Bonds im Fokus
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die mit Hypotheken gedeckten Pfandbriefe zeichnen sich durch ein 'Aa1'-Rating von Moody's aus und werden durch Wohn- und Gewerbeimmobilien besichert, so die Analysten der Helaba.

Wohnimmobilienkredite würden mit rund 70% den größten Teil der überwiegend österreichischen Deckungswerte bilden. Hypothekendarlehen aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien würden mit 11%, 6% und 1% den kleineren Teil der Deckungsmasse darstellen. Immobilienkredite aus Niederösterreich und Wien würden etwa 75% der Deckungsmasse füllen, die restlichen Deckungswerte würden sich über die sonstigen Bundesländer verteilen. Bei den Wohnimmobilien handele es sich vor allem um privat genutzte Objekte einschließlich Mehrfamilienhäuser sowie um geförderten Wohnbau. Bei der gewerblichen Teildeckungsmasse würden vor allem Büro- und Industriegebäude die Immobilienkredite besichern.

Die durchschnittlich gewichtete Beleihungsquote betrage per Ende Juni 2021 komfortable 56% und berücksichtige nicht nur den gesamten Kreditbestand je Kreditnehmer, sondern auch die Vorränge. Die Preissteigerungen am österreichischen Wohnimmobilienmarkt hätten in den letzten Jahren EU-weit an der Spitze gelegen. Die Pandemie habe auch auf dem Wohnungsmarkt ihre Spuren hinterlassen und die Preisdynamik noch einmal beschleunigt. Gegenüber dem Vorjahr seien die Kaufpreise durchschnittlich um über 7% gestiegen.

Naturgemäß für Mortgage Covered Bonds liege die durchschnittliche gewichtet Restlaufzeit der Papiere Ende Juni mit vier Jahren unter der vertraglichen Laufzeit der langlaufenden Immobilienkredite. Diese betrage 15,7 Jahre. Das Auseinanderfallen der Laufzeiten von Covered Bonds und Deckungswerten führe zu Refinanzierungsbedürfnissen und bestimme das Marktrisiko. Gleichzeitig bestünden Zinsrisiken durch Inkongruenzen bei der Zinsart von Deckungswerten und Mortgage Covered Bonds. Den CHF-Krediten stünden zu 100% Papiere in EUR gegenüber, sie würden mit einem Volumen von 28 Mio. EUR jedoch gering ausfallen. Die Mortgage Covered Bonds hätten per Ende Juni 2021 eine nominelle Überdeckung von 43,6% aufgewiesen und lägen damit weit über der von Moody's als angemessen eingeschätzten Überdeckungsquote von 5%.

Der österreichische Gesetzgeber habe im Zuge des im Januar 2020 in Kraft getretene EU-Gesetzespaketes zur Harmonisierung von Covered Bonds eine Entwicklung zur Fusion der in Österreich geltenden drei Gesetzesrahmen (darunter das Pfandbriefgesetz) von Covered Bonds und zur Erfüllung der EU-Mindeststandards in Gang gesetzt. Die Umsetzungs- und Anwendungsfrist ende am 8. Juli 2022. Der österreichische Gesetzesentwurf vom 1. April 2021 schreibe u.a. das Vorhalten eines 180-Tage Liquiditätspolsters vor. Zudem sehe der Gesetzesentwurf eine Beleihungsgrenze von 80% für Wohnimmobilienkredite vor (bislang 60%) und erlaube die Fälligkeitsverschiebung von Covered Bonds und nenne mögliche Auslöser.

Stärken:

- Äußerst komfortable Überdeckungsquote
- Überwiegend österreichische Deckungsmasse mit Schwerpunkt Niederösterreich und Wien
- Niedrige durchschnittliche Beleihungsquote (28% der Kredite seien durch geförderten Wohnbau besichert)
- Emissionen zuletzt als Soft Bullets, würden Liquiditätsrisiko adressieren

Schwächen:

- 31% gewerblich besicherte Deckungsmasse (davon Industriegebäude 29%, Büros 31%, Einzelhandel 15%, Tourismus/Hotel 12%) mit erhöhtem Risikoprofil
- Nennenswerte Fristeninkongruenzen (Ausgabe vom 01.09.2021) (02.09.2021/alc/a/a)



© 1998 - 2021, anleihencheck.de