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03.05.21 10:30
Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf BHP Group, Freeport-McMoRan und Glencore - Anleihenanalyse
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von BHP Group (ISIN GB00BH0P3Z91 / WKN A2N9WV), Freeport-McMoRan (ISIN US35671D8570 / WKN 896476) und Glencore (ISIN JE00B4T3BW64 / WKN A1JAGV) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Kupfer notiere aktuell auf einem Niveau, welches zuletzt vor zehn Jahren habe erreicht werden können. Demnach koste momentan eine Tonne des Edelmetalls rund USD 9.650 (Stand: 26.04.2021). Der Preisanstieg von Kupfer könne auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: Zum einen auf die Folgen der Pandemie und zum anderen auf den enormen Nachfrageanstieg in den Bereichen der Elektromobilität und erneuerbaren Energien - beispielsweise bei der Gewinnung von Wind- und Solarenergie. Im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor werde für ein Elektroauto circa die vierfache Menge an Kupfer benötigt.

Da viele Kupferminen ihren Betrieb pandemiebedingt hätten drosseln müssen, werde der aktuelle Preisanstieg aufgrund der verringerten Angebotsmenge zusätzlich begünstigt. Mögliche Lösungen dieses Problems könnten die Erschließung neuer Kupferabbaugebiete und Effizienzsteigerungen in bestehenden Minen bieten. Da sich solche Vorhaben aber nicht zeitnah umsetzen lassen würden, würden Analysten derzeit tendenziell eher von einem weiteren Preisanstieg auf dem Kupfermarkt ausgehen. Laut der amerikanischen Großbank Goldman Sachs könnte der Kupferpreis bis zum Jahr 2025 um weitere 50 Prozent, auf insgesamt rund USD 15.000 pro Tonne, steigen. Das US-amerikanische Unternehmen Jefferies befürchte aufgrund des Nachfrageanstieges ein weltweites Kupfer-Defizit von rund 20 Prozent bis zum Jahr 2030.

Insbesondere die Elektromobilität erhöhe die Nachfrage nach Kupfer massiv, denn laut der International Copper Association (ICA) würden in einem Elektroauto bis zu sechs Kilometer Kupferkabel verarbeitet. Ein herkömmlicher Verbrennungsmotor benötige lediglich ein Viertel dieser Menge. Daher sollten laut Prognosen in einigen Jahren ca. sechs Prozent der weltweiten Kupfernachfrage auf Elektroautos entfallen. Sollte der Bedarf an Elektroautos weiter ansteigen, könnte sich Kupfer zu einem der gefragtesten Rohstoffe weltweit entwickeln. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent sei Kupfer einer der Hauptbestandteile von modernen Lithium-Ionen-Akkus. Aber nicht nur der Akku selbst, sondern auch weitere Bestandteile eines Elektroautos wie der Antriebsenergiespeicher, der Elektromotor, das Hochvoltbordnetz und die Leistungselektronik würden für einen sehr hohen Bedarf an dem Halbedelmetall sorgen. Zwar variiere der Kupfergehalt bei den verschiedenen Modellen von Elektroautos stark, klar sei jedoch, dass Kupfer einer der wichtigsten Bestandteile eines E-Autos sei.

Ebenso sorge die Ladeinfrastruktur für eine gesteigerte Kupfernachfrage. Ein Treiber dieser Entwicklung sei die Volksrepublik China. Diese sei bereits heute führend beim Absatz von Elektroautos und möchte ihre Führungsrolle im Bereich der Elektromobilität zukünftig ausbauen. Auch wenn der Rohstoff Kupfer selbst keine technologische Revolution darstelle, sei er einer der wichtigsten Basismetalle moderner Schlüsseltechnologien und überzeuge insbesondere durch seine hohe elektrische Leitfähigkeit, welche einer der essenziellsten Faktoren bei der Elektromobilität sei.

Aufgrund seiner effizienten elektrischen Leitfähigkeit sei Kupfer bei der angestrebten Energiewende unersetzlich. So werde der Rohstoff zur Gewinnung erneuerbarer Energien, z.B. durch Windräder und Solaranlagen, benötigt. Da aufgrund des Pariser Klimaabkommens immer mehr Staaten dazu verpflichtet seien, mehr in erneuerbare Energien zu investieren, steige gleichzeitig die Nachfrage an Kupfer. Im Gegensatz zu Europa und China hätten die USA in den letzten Jahren wenig in die erneuerbare Energiegewinnung investiert. Das habe sich jedoch seit dem Amtseintritt von Joe Biden deutlich geändert. Der 46. Präsident der Vereinigten Staaten sei ein klarer Verfechter des Klimaschutzes. Laut Analysten von Bloomberg Intelligence könnte die Nachfrage nach dem Edelmetall deshalb bis zum Jahr 2030 jährlich um etwa fünf Prozent steigen.

Profitieren von der aktuellen Entwicklung am Kupfermarkt dürften vor allem die Verkäufer des gefragten Rohstoffes. Als Reaktion auf die aktuelle Entwicklung wolle der australisch-britische Bergbaukonzern BHP Group seinen Kupferabbau weiter ausweiten. Bereits heute gehöre das Unternehmen mit Sitzen in Melbourne und London zu den größten Bergbauunternehmen weltweit.

Auch Glencore, einer der weltweit größten Rohstoffhändler, profitiere stark von der wachsenden Nachfrage. So habe der Konzern im ersten Quartal 2021 vermehrt auf die Kupferproduktion gesetzt und hingegen die Kohleförderung reduziert. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr habe Glencore deutlich weniger Kohle und Öl als noch die Jahre zuvor gefördert. Im Vergleich zum Vorjahr sei in 2020 die Kohleförderung um 24 Prozent gesunken und die Ölförderung sei um 29 Prozent zurückgegangen. Der aktuelle Kupfer-Hype komme dem schweizerischen Rohstoffhändler daher sehr entgegen. Umsatzausfälle aus den Bereichen Öl und Kohle könnten durch steigende Kupferumsätze kompensiert werden.

Auch der US-amerikanische Bergbaukonzern Freeport-McMoRan, welcher auf die Exploration und den Betrieb von Kupfer- und Goldminen spezialisiert sei, zähle zu den Profiteuren von den aktuellen Entwicklungen am Rohstoffmarkt.

Die Aktie der BHP Group werde aktuell bei AUD (Australischer Dollar) 48,66 (29.04.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei AUD 49,58 (03.03.2021) und das Jahrestief bei AUD 28,51 (01.05.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden zehn Analysten die Aktie auf "buy", vier auf "hold" und ein Analyst auf "sell" setzen.

Die Aktie von Freeport-McMoRan Inc. werde aktuell bei USD 39,35 (29.04.2021) gehandelt, was gleichzeitig dem Jahreshoch entspreche. Das Jahrestief sei bei USD 8,27 (14.05.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 16 Analysten die Aktie auf "buy", fünf auf "hold" und kein Analyst auf "sell" setzen.

Die Aktie der Glencore plc werde aktuell bei GBP 305,00 (29.04.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei GBP 306,20 (26.04.2021) und das Jahrestief bei GBP 134,49 (15.04.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 15 Analysten die Aktie auf "buy", sieben auf "hold" und kein Analyst auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto (ISIN DE000VQ673A0 / WKN VQ673A) auf BHP Group, Freeport-McMoRan Inc. und Glencore. Der Kupon sei auf 13,50% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 65,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 18.03.2022, fällig sei die Anleihe am 25.03.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 10.05.2021. (Stand: 03.05.2021, 10:50)

Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of) würden sich auf mehrere Basiswerte beziehen. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert. (Ausgabe vom 30.04.2021) (03.05.2021/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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