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08.02.21 12:45
Italienische Staatsanleihen: Risikoaufschlag gegenüber Deutschland sinkt erstmals seit Anfang 2016 wieder unter 100 Bp
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Eine insgesamt datenarme Woche hat begonnen, das einzige echte Highlight stellen die US-Inflationsdaten am Mittwoch dar, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Zum Wochenauftakt sei jedoch zunächst die Eurozone im Fokus, mit der deutschen Industrieproduktion sowie dem Sentix-Index stünden konjunktureller Rück- und Ausblick auf dem Programm.

Zwar dürften die deutschen Industriedaten trotz des am Freitag vermeldeten Rückgangs des Auftragseingangs im Dezember einen Produktionsanstieg im selben Monat ausweisen und damit die fortgesetzte industrielle Resilienz bestätigen. Angesichts der bereits veröffentlichten Q4 BIP-Zahlen sei dies jedoch nur mehreine Randnotiz, selbiges gelte auch für die in den kommenden Tagen anstehenden Industrieproduktionszahlen Italiens und Frankreichs.

Spannender sei da schon der Blick in die Zukunft in Form des heutigen Sentix-Index für den Monat Februar. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden ebenso wie der Konsens einen leichten Anstieg erwarten.

Jedoch sei es die US-Inflation für den Monat Januar, die im Fokus das Marktinteresses stehen werde. Es werde erwartet, dass die Inflationsrate im Januar auf 1,5% p.a. ansteige, von 1,4% im Dezember. Ein sprunghafter Anstieg der Inflationsrate, wie jener in der Eurozone, sei in den USA erst im März und April zu erwarten, sodass die Inflationsrate in Q2 deutlich über 2% liegen werde. Ein höher als erwartet ausfallender Teuerungsdruck dürfte dabei den Aufwärtstrend der US-Renditen weiter befeuern, der unter den Erwartungen ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag habe die Renditen nur kurznach unten gedrückt.

In der Eurozone hätten in der letzten Woche italienische Staatsanleihen zu den großen Gewinnern gehört, der Risikoaufschlag gegenüber Deutschland (10J) sei am Freitag erstmals seit Anfang 2016 wieder unter 100 Basispunkte gesunken. Dies nicht ohne Grund, scheine Italien mit Mario Draghi an der Regierungsspitze doch die politische Kernschmelze (=Neuwahlen) abwenden zu können. Am Samstag habe sich dieser die Zustimmung der Fünf-Sterne-Bewegung sowie der Lega gesichert, sodass Draghi im Parlament nun über eine ausreichend große Mehrheit verfüge, um die für Freitag oder Montag geplante Vertrauensabstimmung im Parlament zu überstehen. (08.02.2021/alc/a/a)


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