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Analysen - Allgemein
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06.11.19 10:00
Hybridanleihen: Interessante Alternative im Anleiheuniversum
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Oliver Reinhard, Senior Portfolio Manager Corporates bei Fisch Asset Management in Zürich, gibt eine aktuelle Einschätzung zu Hybridanleihen ab.

Anleihen würden den Investoren Planungssicherheit geben. Wenn gewünscht, sogar über ein Jahrhundert, wie eine österreichische Staatsanleihe mit einer Laufzeit bis 2117 beweise. Dies habe im Sommer für ein enormes Medienecho aufgrund hoher Kurszuwächse infolge der stark gefallenen Zinsen gesorgt. Doch die jährliche Rendite von unter einem Prozent könne eigentlich nicht zufrieden stellen.

Eine interessante Alternative im Anleiheuniversum seien Hybridanleihen. Diese würden deutlich höhere Renditen als Staatsanleihen oder "normale" Unternehmensbonds bieten, da sie einen Kniff nutzen würden. Sie würden oftmals von qualitativ hochstehenden Unternehmen emittiert, seien aber in der Kapitalhierarchie "nachrangig", befänden sich im Insolvenzfall also näher bei Aktien. Dabei sei das grundsätzliche Ausfallrisiko gleich hoch wie bei den Senior Bonds desselben Unternehmens.

Es biete sich dem Anleger demnach die Möglichkeit höhere Renditen zu erwirtschaften ohne ein größeres Ausfallrisiko in Kauf zu nehmen. In den Fokus könnten Hybridanleihen in den nächsten Monaten rücken, denn die Europäische Zentralbank nehme derzeit ihr aggressives geldpolitisches Lockerungsprogramm (Quantitative Easing) wieder auf. Dazu gehöre der Erwerb von Unternehmensanleihen am Sekundärmarkt, was deren Renditen erneut deutlich nach unten drücken dürfte. Hybridanleihen seien hiervon ausgenommen, sollten aber von der steigenden Nachfrage renditehungriger Anleger profitieren, die sich nach höherrentierlichen Alternativen umsähen.

Emittenten von Hybridanleihen seien bereit, dafür höhere Kupons zu zahlen, weil ihnen ihre besonderen Eigenschaften Vorteile bei der Bilanzierung bringen würden. Im Gegensatz zu regulären Anleihen würden Hybride teilweise auf das Eigenkapital angerechnet. Sie würden das Aktienkapital und somit das Rating stärken. Für Unternehmen seien sie damit ein deutlich attraktiveres Finanzierungsinstrument als frisches Aktienkapital aufzunehmen. Investoren müssten sich aufgrund der besonderen Bedingungen sehr genau mit dieser Anleihegattung auseinander setzen und das Studium des Emissionsprospekts sei unabdingbar. Denn die theoretisch unendliche oder zumindest extrem lange Laufzeit sowie ein möglicher Kündigungstermin seien Besonderheiten, die es zu beachten gelte. Auf jeden Fall würden Hybridanleihen eine Chance dar für Investoren stellen, die jenseits von Mini- oder gar Minuszinsen auf der Suche nach Rendite seien. (06.11.2019/alc/a/a)


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