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05.11.19 09:15
FED senkt nochmals die Zinsen, SNB offen für weitere Zinssenkung(en)
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die FED hat wie erwartet vergangene Woche noch einmal an der Zinsschraube gedreht und das neue Zielband für die Federal Funds Rate auf 1,50% bis 1,75% festgelegt, so Dr. Stefan Grosse von der NORD/LB.

Die drei Zinssenkungen seit dem Sommer dieses Jahres seien vor allem auf die schwächelnde globale Produktion, die Unsicherheit durch den Handelskonflikt sowie auf ein Unterschießen der Inflationsrate zurückzuführen. Zwar habe sich keiner dieser Faktoren wirklich verbessert, doch habe FED-Chef Powell am Mittwoch signalisiert, dass die Notenbanker jetzt erst einmal die "Füße stillhalten" möchten. Da sich die Transmission der Geldpolitik in der Regel erst mit einiger Verzögerung in der Realwirtschaft bemerkbar mache, wolle das FOMC diese Reaktion voraussichtlich erstmal einmal abwarten, bevor es weitere Maßnahmen ergreife. Dass die Notenbank im Falle eines sich materialisierenden Abschwungs ihre Feuerkraft nicht vollends verbrauchen wolle, werde in dieser Hinsicht sicherlich eine weitere Rolle spielen.

Derweil habe der Präsident der schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, die negativen Zinsen, wie sie im Alpenstaat seit nun mehr als vier Jahren andauern würden, verteidigt. Sie seien essenziell für die Schweizer Volkswirtschaft und würden nicht umgekehrt, bis sich eine eindeutige Aufhellung im Wirtschaftsausblick abzeichne. Tatsächlich leiste Jordan den Spekulationen über weitere Zinssenkungen damit Vorschub. So könnten diese unter bestimmten Umständen notwendig werden. Gleichzeitig warne er, dass der Schweizer Franken durch Zinserhöhungen unter Aufwertungsdruck käme, was schädlich für die Exportwirtschaft sei und schlussendlich negative Auswirkungen für die Schweizer Beschäftigung mit sich bringe.

Die Bank of England werde am Donnerstag ihren Zinsentscheid verkünden. Im Zuge andauernder Brexit-Unsicherheit und anstehender Parlamentswahlen im Dezember erscheine eine Änderung der geldpolitischen Ausrichtung jedoch sehr unwahrscheinlich. (Ausgabe 45 vom 04.09.2019) (05.11.2019/alc/a/a)


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