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04.11.19 08:45
2% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Siemens: Fit für die Zukunft? Anleiheanalyse
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Siemens (ISIN DE0007236101 / WKN 723610) eine 2% bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5ANC9 / WKN DD5ANC) mit dem Basiswert Siemens vor.

Unternehmen wie Siemens, die seit vielen Generationen erfolgreich am Markt seien, unterlägen einem ständigen Wandel. Aktuell werde der Technologiekonzern erneut umgebaut - in Zukunft solle der Fokus auf digitalen Technologien liegen.

Vergangenen August habe Siemens-Chef Joe Kaeser sein Umstrukturierungskonzept "Vision 2020+" der Öffentlichkeit vorgestellt. Spätestens bis zum Auslaufen seines Vertrags im Jahr 2021 wolle der Vorstandsvorsitzende den Konzern zukunftsfähig machen. Hierfür plane er, sich von einigen Industriesparten zu trennen und aus dem traditionellen Mischkonzern einen digitalen Global Player zu formen. Zusätzlich sollten konzernweit bis 2023 bis zu 10.400 Stellen abgebaut und rund 1 Mrd. Euro eingespart werden. Letztendlich sollten durch diese Maßnahmen das Umsatzwachstum beschleunigt und die Renditen gesteigert werden.

Zum heutigen Stand setze sich Siemens aus den drei operativen Einheiten Gas & Power, Smart Infrastructure und Digital Industries sowie den drei strategischen Unternehmen Siemens Mobility, Siemens Gamesa und Siemens Healthineers zusammen. Vor wenigen Monaten habe Kaeser bekannt gegeben, sich von der Energiesparte trennen zu wollen. Siemens wolle den Bereich Gas & Power in einem neuen Energieunternehmen bündeln und an die Börse bringen. An dem neu gegründeten Unternehmen solle nur noch eine Minderheitsbeteiligung gehalten werden. Derzeit plane Siemens den Börsengang für den Herbst 2020, ob dieser allerdings genehmigt werde und planmäßig stattfinde, werde voraussichtlich auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Juni 2020 entschieden.

Bis die "Vision 2020+" Früchte trage und sich im Unternehmensergebnis widerspiegele, werde noch ein wenig Zeit vergehen. Aktuell würden unter anderem der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie das sich abkühlende globale Wirtschaftswachstum die Geschäfte des Technologiekonzerns belasten. Grundsätzlich begrüßen wir die Umstrukturierung, so Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK. In der Regel seien die einzelnen Sparten eines Unternehmens wertvoller als der aktuelle Wert des Konglomerats an der Börse. Allerdings sehe Schröder in dem Umbau auch Risiken. So sei intern Widerstand, z.B. gegen den Personalabbau, möglich. Zudem habe die Fokussierung auf mehr oder weniger einen Geschäftsbereich nicht nur Vorteile. Dadurch, dass Siemens weniger breit aufgestellt sei, bestehe nach Meinung von Felix Schröder das Risiko, dass Fehlentscheidungen, verpasste Trends oder vom Markt nicht angenommene Produkte einen größeren Einfluss auf das Betriebsergebnis haben könnten als in der Vergangenheit.

Aktuell werde die Bonität von Siemens von den beiden bekannten Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Ratings A1 bzw. A+ und einem stabilen Ausblick eingestuft. Beide Agenturen würden das vielfältige globale Industrieportfolio sowie die führende Marktposition in vielen Geschäftsbereichen hervorheben. Skeptisch würden dagegen die strukturellen Herausforderungen im Energiebereich gesehen. Zudem werde der Wegfall des direkten Zugangs zu den Cashflows von Siemens Healthineers negativ bewertet.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Siemens AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 2,00% p.a. und die Laufzeit betrage rund fünf Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 31.10.2019 bis 15.11.2019. Das Produkt notiere in US-Dollar. Anleger müssten bei Investitionen in auf US-Dollar lautende Papiere das Währungsrisiko berücksichtigen, das sich nachteilig auf die Renditechance auswirken könne.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Siemens AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Siemens AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 2,00% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Siemens AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 01.11.2019) (04.11.2019/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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