ams-OSRAM Q3-Zahlen: Umsatz 6% höher als im 2. Quartal 2023 - Mittelfristiges Zielmodell bestätigt - Anleihenews


31.10.23 13:00
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - ams-OSRAM hat im 3. Quartal einen Quartalsumsatz von EUR 904 Mio. erwirtschaftet, so das Unternehmen in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Damit liegt der Umsatz über der Mitte der Prognosespanne von EUR 840 bis 940 Mio. und 6% höher als im 2. Quartal 2023. Aufgrund des positiven Einflusses strikter Maßnahmen zur Kostenkontrolle und Sondereffekten im Zusammenhang mit dem Erhalt öffentlicher Fördermittel erzielte das Unternehmen eine bereinigte EBIT-Marge von 7,9% und damit am oberen Ende der erwarteten Prognose von 5% bis 8%. Der Konzern verzeichnet zunehmende Projekterfolge in strukturell wachsenden Märkten, insbesondere im Automotive-Bereich.

"Trotz schwieriger Marktbedingungen haben wir ein sehr solides Quartal abgeschlossen, vor allem im Hinblick auf unser starkes Automotive-Kerngeschäft. Unsere Strategie und unser Zukunftsprogramm "Re-establish the Base" läuft nach Plan, und auch mit unserem Finanzierungsplan kommen wir gut voran. Wir rechnen damit, die Bezugsrechtsemission und die neue Anleiheplatzierung noch vor Jahresende abzuschließen, sofern die Marktbedingungen dies zulassen", sagt Aldo Kamper, CEO von ams-OSRAM.

Halbleitergeschäft

Das Halbleitergeschäft umfasst 72% bzw. EUR 648 Mio. des gesamten Quartalsumsatzes. Die Zielmärkte zeigten unterschiedliche Wachstumstrends.

Automotive:

Das Halbleitergeschäft im Automobilbereich lief im dritten Quartal sehr gut mit einem im Vergleich zum Vorquartal um 9% und im Vergleich zum Vorjahr 2% gestiegenen Umsatz. Das Unternehmen verzeichnete in allen Produktgruppen eine positive Nachfrage. Insbesondere aufgrund zunehmender kurzfristiger Aufträge war die Nachfrage in China besonders hoch. Alle Bereiche konnten zudem einen deutlichen Zuwachs sogenannter Design-Wins verbuchen, das heißt, die Kunden haben sich bei der Konstruktion neuer Modelle dafür entschieden, mit Produkten von ams-OSRAM zu arbeiten. Ein Volumen von über EUR 100 Mio. an Design-Wins (Life-Time-Value, LTV) über die Produktlebenszeit beim Kunden für die hochauflösende LED-Frontscheinwerfertechnik (EVIYOSTM) ist nun hinzugekommen, sodass der Gesamtwert bei über EUR 250 Mio. liegt. Die vor kurzem angekündigten Produkte für dynamische Innenbeleuchtungen der nächsten Generation erreichen ebenfalls bereits einen LTV von EUR 100 Mio. Darüber hinaus stieß die kürzlich angekündigte neue ALIYOSTM LED-on-Foil-Technologie, die neuartige Automobil-Display- und Beleuchtungsanwendungen für den Außenbereich ermöglicht, auf sehr gute Resonanz bei mehreren Kunden, die mit ams-OSRAM zusammenarbeiten möchten.

Industrie und Medizintechnik:

Die Halbleiter-Umsätze aus den Industrie- und Medizintechnikmärkten stiegen im Vergleich zum Vorquartal um 8%. Das Gesamtvolumen im Vergleich zum Vorjahr ist dennoch sehr schwach. Im Grunde stehen alle Produktsegmente unter makroökonomischem Druck. Das Unternehmen erzielte jedoch einen signifikanten Design-Win bei einem seiner Kunden im Bereich Computertomographie (CT) mit einem Gesamtvolumen von mehr als EUR 50 Mio.

Consumer Electronics:

Der Umsatz des Halbleitergeschäfts aus dem Consumer Markt, vorrangig von mobilen Endgeräten wie Smartphones, stieg im Vergleich zum Vorquartal um rund 6%. Dies lässt sich in erster Linie auf einen typischen saisonalen Anstieg zurückführen. Insgesamt bleiben die Umsätze in diesem Endmarkt jedoch im Vergleich zu den Vorjahren, teilweise aufgrund des makroökonomischen Drucks, schwach.

Die Profitabilität des Halbleitergeschäfts verbesserte sich im Quartalsvergleich deutlich, und zwar von 2% im 2. Quartal auf 6% bzw. EUR 36 Mio. im 3. Quartal. Während das Umsatzwachstum einen positiven Beitrag leistete, trug auch die kürzlich bewilligte IPCEI-Förderung für die Entwicklung bahnbrechender Technologien am Standort Regensburg aufgrund eines Nachholeffekts bei der Erfassung dieser Subventionen erheblich zur Profitabilität bei.

Segment Lamps & Systems

Das Segment Lamps & Systems trug im 3. Quartal 28% bzw. EUR 256 Mio. zum Gruppenumsatz bei. In den beiden Segmenten Automotive und Industrie & Entertainment entwickelte sich das Geschäft wie erwartet.

Die Umsätze mit Autolampen entsprachen den Prognosen, wobei die Verkäufe auf dem Nachrüstungsmarkt einen wesentlichen Beitrag leisteten. Der Umsatz stieg im Quartalsvergleich um 6%. Der Umsatz im Bereich Industrie- und Unterhaltungselektronik entwickelte sich im Einklang mit schwachen Endmärkten und ist im Vergleich zum 2. Quartal um 15% gesunken.

Das Segment Lamps & Systems verzeichnete eine bereinigte EBIT-Marge von 14%. Dies ist auf gute Produktumsätze zurückzuführen, unter anderem im starken Automobil-Nachrüstmarkt. Zudem wirkten sich Einmaleffekte im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich positiv aus.

Quartalskennzahlen auf Konzernebene

Die bereinigte Profitabilität, sowohl auf Brutto- als auch auf operativer Ebene (EBIT), hat sich gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessert. Dies spiegelt Verbesserungen im Rahmen des angekündigten Kosteneinsparungsprogrammes sowie positive Einmaleffekte wider. Der EUR/USD-Wechselkurs lag im Quartalsdurchschnitt bei 1,09.

Der operative Cashflow belief sich im 3. Quartal auf 199 Mio. EUR, verglichen mit 232 Mio. EUR im 2. Quartal.

Detaillierte Zahlen können Sie unter dem folgenden Link abrufen.

Status der ausstehenden OSRAM Minderheitsanteile

Am 30. September 2023 hielt der Konzern rund 86% der Aktien der OSRAM Licht AG im Vergleich zu 83% am 30. Juni 2023. Der Gesamtwert der Verkaufsoptionen der Minderheitsaktionäre belief sich Ende Q3/2023 auf EUR 616 Mio. im Vergleich zu EUR 748 Mio. Ende Q2/2023.

Das Unternehmen verfügt über eine nicht in Anspruch genommene revolvierende Kreditfazilität (RCF) in Höhe von EUR 800 Mio., um alle potenziellen Ausübungen der Verkaufsoption im Rahmen des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages (BGAV) abzudecken. ams-OSRAMs Bankenkonsortium hat diese Kreditfazilität um ein Jahr bis September 2026 verlängert, vorbehaltlich der erfolgreichen Durchführung der von der außerordentlichen Hauptversammlung genehmigten Bezugsrechtsemission.

Fortschritte im Programm "Re-establish the Base"

Am 27. Juli 2023 verkündete ams-OSRAM sein Programm "Re-establish the Base", mit dem sich das Unternehmen auf seinen profitablen Kern als neue Basis für nachhaltiges, profitables Wachstum fokussieren möchte. Was Portfoliomaßnahmen betrifft, die auf den Ausstieg aus einem gewissen, nicht zum Kerngeschäft gehörenden Halbleiter-Portfolio abzielen, so hat das Unternehmen der Ausgliederung des Geschäfts mit passiven optischen Komponenten Vorrang eingeräumt. Außerdem arbeitet ams-OSRAM weiterhin am Ausstieg oder einer Veräußerung der anderen nicht zum Kerngeschäft gehörenden Halbleitergeschäfte. Im Hinblick auf die Monetarisierung von Innovation hat das Unternehmen die Konsolidierung von drei auf zwei Geschäftsbereiche im Halbleiter-Segment zum 1. Oktober abgeschlossen. Damit einher geht die Stärkung der Verantwortlichkeit der Geschäftsbereiche für die Performance des Gesamtgeschäfts.

Zudem ist Thomas Stockmeier, zuvor CTO, zum 30. September 2023 aus dem Vorstand ausgeschieden. Damit wurde der Vorstand von vier auf drei Mitglieder verkleinert, wobei er zum 1. Januar 2024 weiterführend auf zwei Mitglieder reduziert wird.

Ausblick viertes Quartal

Während das Unternehmen eine steigende Nachfrage nach Produkten im Automobilsektor beobachtet, bleiben die Industrie-Märkte sehr schwach und die Consumer-Märkte mäßig. Vor diesem Hintergrund erwartetet ams-OSRAM für das 4. Quartal eine stabile Umsatzentwicklung (bezogen auf die Mitte der Erwartungsspanne) zwischen EUR 850-950 Mio. Die bereinigte EBIT-Marge wird zwischen 5-8% erwartet. Der antizipierte EUR/USD-Wechselkurs liegt bei 1,10.

Geschäftsjahr 2024

Das Unternehmen geht davon aus, dass es wie erwähnt, gewisse, nicht zum Kerngeschäft gehörende Halbleiter-Geschäfte mit einem Jahresumsatz in 2023 von EUR 300 bis 400 Mio. im Laufe des Geschäftsjahres 2024 veräußern oder aufgeben wird.

Was die Geschäftsdynamik betrifft, so sieht ams-OSRAM eine anhaltende Schwäche im Industriegeschäft mit einigen Bestandskorrekturen im Industriesegment im ersten Halbjahr, zusätzlich zur typischen Saisonalität von einigen Geschäften im 1. Quartal. Infolgedessen wird erwartet, dass die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2024 aufgrund neuer Projekte und einer erwarteten leichten Markterholung stärker ausfallen wird als die erste Hälfte.

Das Unternehmen erwartet einen positiven Free Cash Flow (einschließlich Erlösen aus Veräußerungen) für 2024.

Das Zukunftsprogramm "Re-establish the Base" soll mit zirka EUR 75 Mio. zur Verbesserung der Kostenbasis und somit des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT) zum Ende des Geschäftsjahres 2024 beitragen.

Mittelfristiges Wachstumsmodell erneut bestätigt

Der Konzern bekräftigt sein im Juli 2023 angekündigtes mittelfristiges Wachstumsmodell, das für den Zeitraum von 2023 bis 2026 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 6-10% ausgehend von der neu angepassten Basis (unter Berücksichtigung der angekündigten Portfolioanpassungen) vorsieht, sowie eine bereinigte EBIT-Marge von etwa 15% bis zum Jahr 2026. Das mittelfristige Wachstumsmodell basiert darauf, dass der größte Wachstumsbeitrag von der starken Dynamik in den angestrebten automobilen Halbleiteranwendungen stammt, in denen das Unternehmen klarer Marktführer ist. Zudem werden bedeutende Design-Wins zum Umsatzwachstum beitragen, welche ams-OSRAM im Bereich der Lichtsensoren für mobile Endgeräte verbuchen konnte. Dazu kommen als dritter Wachstumsbeitrag Umsätze aus der 8-Zoll-Wafer-Fabrik in Kulim, Malaysia, neben den vielen weiteren Beiträgen aus den Endmärkten Industrie, Medizin und ausgewählten Consumer Elektronik Anwendungen.

Das Modell basiert außerdem auf den Erwartungen des Unternehmens hinsichtlich der Rückkehr zu einem Verhältnis von Investitionsausgaben zu Umsatz von 10% bis 2025, nach Abschluss des jüngsten Investitionszyklus im Zusammenhang mit der neuen8-Zoll-Wafer-Fabrik. Damit wird sich gleichzeitig der Free Cash Flow verbessern. Der Abschluss des Programms "Re-establish the Base" soll darüber hinaus bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 mit zirka EUR 150 Mio. zur Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) beitragen.

Nächste Schritte des Finanzierungsplans

Am 27. September 2023 gab das Unternehmen seinen ganzheitlichen Finanzierungsplan im Volumen von EUR 2,25 Milliarden bekannt, mit dem es die Fälligkeiten seiner Schulden in den Jahren 2024 und 2025 angehen und seine Pro-Forma-Eigenkapitalquote durch Schuldenabbau auf etwa 30% (Stand Juni 2023, definiert als Eigenkapital/Bilanzsumme) erhöhen will. Der Plan besteht aus einer Kapitalerhöhung mit einer diskontierten Bezugsrechtsemission von EUR 800 Mio., kombiniert mit der Ausgabe neuer vorrangiger unbesicherter Anleihen (EUR und USD) von zirka EUR 800 Mio. und infrastrukturbezogenen Asset-Level-Transaktionen mit einem Erlös von EUR 300 Mio. EUR im Herbst/Winter 2023/4. Die Finanzierung soll in 2024 mit weiteren Finanzinstrumenten in Höhe von etwa EUR 350 Mio. abgeschlossen werden, z.B. weiteren Anleihen, Wandelanleihen oder bilateralen Kreditlinien.

Am 20. Oktober 2023 wurde die Bezugsrechtsemission im gesicherten Volumen von rund EUR 800 Mio. auf einer außerordentlichen Hauptversammlung genehmigt. Das Unternehmen plant, die Bezugsrechtsemission sowie die Platzierung von Anleihen vor dem Jahresende durchzuführen, vorbehaltlich der aktuellen Marktbedingungen.

Am 30. Oktober hat das Unternehmen zudem bekannt gegeben, fast EUR 450 Mio. an Vermögenstransaktionen unterzeichnet zu haben. Dies schließt eine Sale-and-Leaseback-Transaktion der neuen Fabrik in Kulim ein, für welche allein ein Erlös von EUR 400 Mio. erwartet wird. Die andere Transaktion betraf die Veräußerung einer Fabrik mit bereits auslaufender Produktion in Asien.

In Anbetracht der um mehr als EUR 150 Mio. höher als ursprünglich angenommenen Erlöse aus diesen infrastrukturbezogenen Asset-Level-Transaktionen, reduziert sich der verbleibende Finanzierungsbetrag im Jahr 2024 auf EUR 150 Mio. Dies basiert auf der Annahme einer erfolgreichen Emission neuer vorrangiger Anleihen von EUR 800 Mio.

Zudem hat das Unternehmen beschlossen, sein Programm zum Verkauf eigener Aktien zu beenden.

Weitere Informationen

Weitere Finanzinformationen zum 3. Quartal 2023 stehen auf der Unternehmenswebseite zur Verfügung. Die Investorenpräsentation zum 3. Quartal 2023 inklusive weiterer detaillierter Informationen ist ebenfalls auf der Webseite des Unternehmens verfügbar. ams-OSRAM wird am Dienstag, den 31. Oktober 2023, zu den Ergebnissen des dritten Quartals sowohl eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren als auch eine Pressekonferenz abhalten. Die Telefonkonferenz für Analysten und Investoren wird um 9:30 Uhr MEZ beginnen und als Webcast verfügbar sein. Die Pressekonferenz wird um 10:30 Uhr MEZ stattfinden. Journalisten, die an der Pressekonferenz teilnehmen wollen, können sich für weitere Informationen an die folgenden E-Mail-Adressen wenden: press@ams-osram.com, investor@ams-osram.com.

Über ams-OSRAM

Die ams-OSRAM Gruppe (SIX: AMS), ist ein weltweit führender Anbieter von intelligenten Sensoren und Emittern. Wir verbinden Licht mit Intelligenz und Innovation mit Leidenschaft und bereichern so das Leben der Menschen.

Mit einer gemeinsam mehr als 110 Jahren zurückreichenden Geschichte definiert sich unser Unternehmen im Kern durch Vorstellungskraft, tiefes technisches Know-how sowie die Fähigkeit, Sensor- und Lichttechnologien im globalen industriellen Maßstab zu fertigen. Wir entwickeln begeisternde Innovationen, die es unseren Kunden in den Märkten Automobil, Industrie, Gesundheit und Consumer ermöglichen, ihren Wettbewerbsvorsprung zu behaupten. Zugleich treiben wir damit Innovationen voran, die unsere Lebensqualität hinsichtlich Gesundheit, Sicherheit und Komfort nachhaltig erhöhen und dabei die Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren.

Unsere rund 20.000 Mitarbeiter weltweit sorgen mit Innovationen in den Bereichen Sensorik, Beleuchtung und Visualisierung für sichereres Fahren, effektivere medizinische Diagnosen und mehr Komfort im Kommunikationsalltag. Unsere Arbeit lässt Technologien für bahnbrechende Anwendungen Wirklichkeit werden, was sich in über 15.000 erteilten und angemeldeten Patenten widerspiegelt. Mit Hauptsitz in Premstätten/Graz (Österreich) und einem Co-Hauptsitz in München (Deutschland) erzielte die ams-OSRAM Gruppe im Jahr 2022 einen Umsatz von über EUR 4,8 Mrd. und ist als ams-OSRAM AG an der SIX Swiss Exchange notiert (ISIN: AT0000A18XM4).

Mehr über uns erfahren Sie auf https://ams-osram.com. (31.10.2023/alc/n/a)





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